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Geschichte

Das Ermächtigungsgesetz

Am 24. März 1933 gab der Reichstag der Regierung das Recht, Gesetze ohne ihn zu beschließen. Damit verlor das Parlament seine Macht.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich erkläre, was das Ermächtigungsgesetz erlaubte.
  • Ich beschreibe die Abstimmung vom 24. März 1933.
  • Ich erkläre, warum das Gesetz das Ende des Verfassungsstaats bedeutete.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Reichstagsbrand und Notverordnung

Nach der Wahl wollte die Regierung freie Hand haben. Dafür brauchte sie ein neues Gesetz, das Ermächtigungsgesetz. Es hieß „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“. Da es die Verfassung änderte, brauchte man im Reichstag eine Zweidrittelmehrheit, also mindestens zwei Drittel der Stimmen.

Am 24. März 1933 tagte der Reichstag in der Berliner Kroll-Oper, weil das Reichstagsgebäude beschädigt war. SA-Männer standen vor und im Saal. Die Abgeordneten der KPD fehlten. Sie waren verhaftet, geflohen oder nicht zugelassen. Der SPD-Vorsitzende Otto Wels hielt eine mutige Rede gegen das Gesetz. Er sagte: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“

444 Abgeordnete stimmten mit Ja, 94 mit Nein. Alle Nein-Stimmen kamen von der SPD. Die anderen anwesenden Parteien stimmten zu. Manche hofften, die Regierung so zu mäßigen. Andere wollten Ruhe nach den Krisenjahren.

Das Gesetz erlaubte der Regierung, Gesetze selbst zu beschließen, ohne Reichstag und auch gegen die Verfassung. Es galt zunächst vier Jahre und wurde später verlängert. Damit gab es keine Gewaltenteilung mehr. Das Parlament hatte seine Hauptaufgabe verloren.

Die Abstimmung zum Ermächtigungsgesetz.
GruppeStimmen am 24. März 1933
Ja444
Nein (SPD)94
Abgegebene Stimmen insgesamt538

Den Anteil der Ja-Stimmen bestimmen

  1. Wir rechnen die Stimmen zusammen: 444 + 94 = 538.
  2. Wir teilen: 444 : 538 ≈ 0,825.
  3. Das sind etwa 83 %. Das ist mehr als zwei Drittel (etwa 67 %).
  4. Wir halten fest: Das Gesetz erreichte die nötige Mehrheit, aber unter Druck.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Reichstag stimmt ab.

Regierung macht Gesetze allein.

Parlament ohne Macht.

Ein Beispiel

Beispiel

Eine Klasse beschließt: Ab jetzt darf der Klassensprecher allein alle Regeln machen, sogar gegen die Klassenordnung. Dann braucht er die Klasse nicht mehr. So ähnlich wirkte das Gesetz.

Schritt für Schritt

Wir prüfen die Abstimmung

  1. Wir lesen die Zahlen: 444 Ja, 94 Nein.
  2. Wir fragen: Wer stimmte dagegen? Nur die SPD.
  3. Wir prüfen: Wer fehlte? Die Abgeordneten der KPD.
  4. Wir halten fest: Die Mehrheit stimmte zu, aber unter Druck.

Mit einem Bild erklärt

Vor dem GesetzNach dem Gesetz
Reichstag beschließt GesetzeRegierung beschließt Gesetze
Verfassung giltGesetze dürfen der Verfassung widersprechen
GewaltenteilungMacht liegt bei der Regierung

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

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Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was erlaubte das Ermächtigungsgesetz der Regierung?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an die Aufgabe eines Parlaments.

Lösung ansehen

Lösung: Gesetze ohne den Reichstag zu beschließen

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Wie viele Stimmen wurden bei der Abstimmung am 24. März 1933 insgesamt abgegeben? Nenne die Zahl.

Zeig mir den ersten Schritt

Addiere die Ja-Stimmen und die Nein-Stimmen.

Lösung ansehen

Lösung: 538

444 + 94 = 538.

Tipp: Eine Abstimmung ist nur dann ein Zeichen für freie Entscheidung, wenn alle frei abstimmen dürfen. Frage immer: Wer fehlte, und welchen Druck gab es?

Merksatz: Das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 erlaubte der Regierung, Gesetze ohne den Reichstag zu beschließen. Es beendete die Gewaltenteilung.

Typischer Fehler: Viele denken, die Regierung habe das Gesetz einfach selbst erlassen. Der Reichstag stimmte darüber ab, aber unter Druck und ohne die KPD-Abgeordneten.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Welche Partei stimmte gegen das Ermächtigungsgesetz?
Lösung ansehen

Lösung: Die SPD

Frage 2 Die Abgeordneten der KPD konnten an der Abstimmung teilnehmen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Warum tagte der Reichstag in der Kroll-Oper?
Lösung ansehen

Lösung: Das Reichstagsgebäude war nach dem Brand beschädigt.

Frage 4 Das Ermächtigungsgesetz beendete die Gewaltenteilung.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 5 Welche Mehrheit brauchte man für das Gesetz?
Lösung ansehen

Lösung: Zwei Drittel

Geschafft

Mit dem Ermächtigungsgesetz gab der Reichstag seine Macht ab. Die Regierung konnte nun allein Gesetze machen. Nur die SPD stimmte dagegen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

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