DYS+ Campus ist kostenlos und ohne Werbung. Projekt mit einer Spende unterstützen

Geschichte

Nach der Einheit: Wandel in Ost und West

Die Einheit brachte Chancen, aber auch Brüche. Viele Menschen in Ostdeutschland erlebten einen großen wirtschaftlichen Umbruch. Auch im Westen veränderte sich das Land.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe wirtschaftliche Folgen der Einheit in Ost und West.
  • Ich nenne Aufgaben des Aufbaus Ost.
  • Ich beurteile unterschiedliche Erfahrungen vor und nach der Einheit.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Der Weg zur Einheit 1990

Die DDR hatte eine Planwirtschaft. Der Staat bestimmte, was produziert wird. Mit der Währungsunion und dem Beitritt galt die soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik. Viele Betriebe waren nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Treuhandanstalt sollte die staatlichen Betriebe der DDR verkaufen oder schließen. Viele Betriebe machten zu. Hunderttausende Menschen verloren ihre Arbeit. Viele zogen in den Westen.

Für die Menschen bedeutete das einen tiefen Einschnitt. Der Beruf, den man jahrelang ausgeübt hatte, war oft nicht mehr gefragt. Gleichzeitig gab es Neues: Reisefreiheit, freie Wahlen, freie Meinung und ein größeres Warenangebot. Viele Städte und Häuser wurden saniert. Dieser Aufbau wurde zu einem großen Teil mit Geld aus dem Westen bezahlt. Dazu gehörte der „Solidaritätszuschlag“, eine zusätzliche Steuer für alle in Deutschland.

Auch im Westen änderte sich viel. Der Staat musste hohe Summen für den Aufbau Ost aufbringen. Gleichzeitig wandelte sich dort die Industrie. Im Ruhrgebiet schlossen über Jahrzehnte Zechen. Die letzte Steinkohlenzeche in Deutschland, Prosper-Haniel in Bottrop, wurde im Dezember 2018 stillgelegt. Man nennt so einen Umbau Strukturwandel.

Im Jahr 1990 lebten in der DDR etwa 16 Millionen und in der Bundesrepublik etwa 63 Millionen Menschen. Aus diesen beiden Zahlen ergibt sich: Im vereinten Deutschland lebten etwa 79 Millionen Menschen. Viele Erfahrungen unterschieden sich. Wer im Osten aufgewachsen war, hatte oft andere Erfahrungen gemacht als jemand aus dem Westen. Beides gehört zur gemeinsamen Geschichte.

Wandel in Ost und West.
OstdeutschlandWestdeutschland
WirtschaftVon der Planwirtschaft zur MarktwirtschaftHohe Kosten für den Aufbau Ost, eigener Strukturwandel
ArbeitViele Betriebe schließen, hohe ArbeitslosigkeitStrukturwandel, zum Beispiel im Ruhrgebiet
AlltagNeue Freiheiten, aber viele BrücheNeue Aufgaben und Veränderungen

Wirtschaftliche Folgen beurteilen

  1. Wir sammeln Folgen: Betriebsschließungen, Arbeitslosigkeit, Abwanderung.
  2. Wir sammeln Chancen: Freiheit, Reisen, Investitionen, Sanierungen.
  3. Wir fragen: Wer hatte welche Erfahrung?
  4. Wir urteilen: Es gab Gewinne und Verluste, und beides war ungleich verteilt.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Die DDR hatte eine Planwirtschaft.

Nach 1990 galt die Marktwirtschaft.

Viele Betriebe schlossen.

Menschen brauchten neue Arbeit.

Ein Beispiel

Beispiel

Stell dir einen Laden vor, der jahrelang keine Konkurrenz hatte. Plötzlich eröffnen überall Läden mit neuen Waren. Manche alten Läden finden neue Kundschaft, andere müssen schließen.

Schritt für Schritt

Chancen und Risiken abwägen

  1. Wir listen auf: Was gewannen viele Menschen? Freiheit und Reisemöglichkeiten.
  2. Wir listen auf: Was verloren viele? Arbeitsplätze und Sicherheit.
  3. Wir überlegen: Wer trug die Kosten?
  4. Wir bilden ein Urteil mit Begründung.

Mit einem Bild erklärt

ChancenRisiken
Freie Wahlen, MeinungsfreiheitBetriebe schließen, Arbeitslosigkeit
Reisefreiheit, mehr WarenAbwanderung, Brüche in der Biografie
Sanierung von StädtenHohe Kosten, neue Ungleichheit

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Wofür war die Treuhandanstalt zuständig?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an Betriebe, die dem Staat gehörten.

Lösung ansehen

Lösung: Sie sollte die staatlichen Betriebe der DDR verkaufen oder schließen.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Im Jahr 1990 lebten in der DDR etwa 16 Millionen und in der Bundesrepublik etwa 63 Millionen Menschen. Wie viele Millionen waren es zusammen? Schreibe nur die Zahl.

Zeig mir den ersten Schritt

Addiere 16 und 63.

Lösung ansehen

Lösung: 79

16 + 63 = 79.

Tipp: Vermeide pauschale Urteile wie „im Osten war alles schlecht“ oder „im Westen blieb alles gleich“.

Merksatz: Die Einheit brachte Freiheit, aber auch Brüche. Der Aufbau Ost und der Strukturwandel im Westen waren große Aufgaben.

Typischer Fehler: Viele denken, der Wandel habe nur den Osten betroffen. Auch im Westen veränderte sich die Wirtschaft, zum Beispiel im Ruhrgebiet.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was heißt Strukturwandel?
Lösung ansehen

Lösung: Ein Umbau von Wirtschaftsbereichen, etwa weg von Kohle und Stahl

Frage 2 Nach 1990 verloren viele Menschen im Osten ihre Arbeit.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 3 Welche Wirtschaftsform galt in der DDR?
Lösung ansehen

Lösung: Planwirtschaft

Frage 4 Der Strukturwandel betraf nur Ostdeutschland.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 5 Wie nennt man die Hilfen für Ostdeutschland nach 1990?
Lösung ansehen

Lösung: Aufbau Ost

Geschafft

Nach 1990 wurde Ostdeutschland wirtschaftlich umgebaut. Viele Menschen verloren Arbeit, hatten aber neue Freiheiten. Auch im Westen gab es Strukturwandel.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Friedliche Revolution und deutsche Einheit

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

PDF, 407 KB

Übungsheft herunterladen (PDF, 407 KB)

Das Heft ist für alle kostenlos – auch wenn gerade kein Geld dafür da ist. Wer es einrichten kann, unterstützt DYS+ Campus mit einem selbst gewählten Betrag. Freiwillig unterstützen