DYS+ Campus ist kostenlos und ohne Werbung. Projekt mit einer Spende unterstützen

Biologie

Sucht: Wirkung auf Körper und Psyche

Suchtmittel verändern das Belohnungssystem im Gehirn. Sie können Körper und Psyche schädigen. Hilfe gibt es.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Plus

Das lernst du heute

  • Ich erkläre, wie Suchtmittel im Gehirn wirken.
  • Ich unterscheide psychische und körperliche Abhängigkeit.
  • Ich nenne Hilfsangebote.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Gefühle beeinflussen das Lernen, Die Synapse: Signale chemisch übertragen

Sucht ist eine Krankheit. Betroffene schaffen es kaum noch, mit dem Konsum aufzuhören, obwohl er ihnen schadet. Man spricht auch von Abhängigkeit.

Suchtmittel wirken auf das Belohnungssystem im Gehirn. Dort wird der Botenstoff Dopamin freigesetzt. Das Gehirn lernt: Das ist belohnend. So entsteht Verlangen.

Bei Wiederholung gewöhnt sich der Körper an die Wirkung. Man spricht von Toleranz. Das Suchtmittel wirkt schwächer, und das Verlangen kann wachsen.

Bei der psychischen Abhängigkeit ist das Verlangen stark. Gedanken drehen sich immer wieder um das Suchtmittel. Bei der körperlichen Abhängigkeit zeigt der Körper ohne das Mittel Entzugserscheinungen, zum Beispiel Zittern, Schwitzen oder Unruhe.

Nikotin macht schnell abhängig und schadet Herz, Gefäßen und Lunge. Alkohol ist ein Zellgift. Er verlangsamt Reaktionen und beeinträchtigt das Urteilsvermögen. Das Gehirn von Jugendlichen ist noch in der Entwicklung und besonders empfindlich. Das Jugendschutzgesetz legt Altersgrenzen fest.

Es gibt auch Verhaltenssüchte, zum Beispiel Glücksspiel oder übermäßige Mediennutzung. Auch dort spielt das Belohnungssystem eine Rolle.

Hilfe: Sprich mit einer Vertrauensperson. Beratungsstellen helfen kostenlos und auf Wunsch anonym. Die Nummer gegen Kummer erreichst du unter 116 111. Sucht ist keine Schwäche. Wer Hilfe sucht, macht den ersten wichtigen Schritt.

SuchtmittelDopamin steigtGehirnlernt BelohnungToleranzmehr nötigAbhängigkeitVerlangen
Wie Sucht entstehen kann (vereinfacht).

Warum Aufhören schwerfällt

  1. Das Suchtmittel erhöht den Dopaminspiegel im Belohnungssystem.
  2. Das Gehirn speichert: Das fühlt sich belohnend an.
  3. Der Körper gewöhnt sich. Die Wirkung wird schwächer.
  4. Ohne das Mittel treten Verlangen und manchmal Entzugserscheinungen auf.
  5. Deshalb ist Aufhören ohne Hilfe oft schwer.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Das Gehirn lernt: Das belohnt.

Der Körper gewöhnt sich.

Hilfe gibt es.

Ein Beispiel

Beispiel

Ein Trampelpfad im Park wird bei jedem Gehen breiter. So wird im Gehirn die Verbindung zwischen Mittel und Belohnung stärker. Es wird schwerer, den Weg zu verlassen.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: Wirkung einordnen

  1. Welches Suchtmittel oder Verhalten ist gemeint?
  2. Wirkt es auf das Belohnungssystem?
  3. Welche Folgen hat es für Körper und Psyche?
  4. Welche Hilfe gibt es?

Mit einem Bild erklärt

BegriffBedeutung
BelohnungssystemNetzwerk im Gehirn, das mit Dopamin arbeitet
ToleranzGewöhnung: Wirkung lässt nach
Psychische Abhängigkeitstarkes Verlangen
Körperliche AbhängigkeitEntzugserscheinungen
HilfeVertrauensperson, Beratungsstelle, 116 111

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Wie heißt der Botenstoff, der im Belohnungssystem eine wichtige Rolle spielt?
Zeig mir den ersten Schritt

Der Stoff ist auch bei Neugier und Erfolg beteiligt.

Lösung ansehen

Lösung: Dopamin

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was bedeutet Toleranz im Zusammenhang mit Suchtmitteln?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an Gewöhnung.

Lösung ansehen

Lösung: Der Körper gewöhnt sich, die Wirkung wird schwächer.

Tipp: Notiere, an wen du dich wenden könntest, wenn du oder jemand aus deinem Umfeld ein Problem mit Sucht hätte. Nenne eine Person und eine Beratungsstelle.

Merksatz: Suchtmittel → Dopamin → Verlangen. Toleranz: mehr nötig. Psychisch: Verlangen. Körperlich: Entzug. Hilfe: Vertrauenspersonen, Beratungsstellen, 116 111.

Typischer Fehler: Viele denken, Sucht sei nur eine Frage des Willens. Das Belohnungssystem verändert sich, deshalb ist Aufhören schwer.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Woran erkennt man eine körperliche Abhängigkeit?
Lösung ansehen

Lösung: an Entzugserscheinungen ohne das Mittel

Frage 2 Sucht ist ein Zeichen von Charakterschwäche.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Warum ist der Konsum von Alkohol für Jugendliche besonders riskant?
Lösung ansehen

Lösung: Das Gehirn ist noch in der Entwicklung und empfindlicher.

Frage 4 Was kannst du tun, wenn du dir Sorgen wegen Sucht machst?
Lösung ansehen

Lösung: mit einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle sprechen

Geschafft

Suchtmittel wirken auf das Belohnungssystem und können Körper und Psyche abhängig machen. Es gibt Hilfe.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Gehirn, Lernen, Stress und Sucht

Kurz erklärt, 41 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

PDF, 394 KB

Übungsheft herunterladen (PDF, 394 KB)

Das Heft ist für alle kostenlos – auch wenn gerade kein Geld dafür da ist. Wer es einrichten kann, unterstützt DYS+ Campus mit einem selbst gewählten Betrag. Freiwillig unterstützen