Das Recht auf Selbstbestimmung über Daten
Jeder Mensch darf grundsätzlich selbst entscheiden, wer welche Daten über ihn bekommt und nutzt.
Das lernst du heute
- Ich kann das Recht auf informationelle Selbstbestimmung mit eigenen Worten erklären.
- Ich kann an einem Fallbeispiel entscheiden, ob dieses Recht verletzt wird.
- Ich weiß, wann eine Einwilligung nötig ist.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Was sind persönliche Daten?
Stell dir vor, eine Schule hängt die Noten jedes Schülers mit Namen im Flur aus. Alle können sie lesen. Das ist kein gutes Gefühl, und es ist auch nicht in Ordnung. Denn jeder Mensch hat ein Recht darauf, über seine persönlichen Daten selbst zu bestimmen. Man nennt es das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Informationell bedeutet: Es geht um Informationen über dich. Selbstbestimmung bedeutet: Du entscheidest. Das Bundesverfassungsgericht hat dieses Recht 1983 ausdrücklich beschrieben. Es folgt aus dem Schutz der Würde des Menschen und der freien Entfaltung der Persönlichkeit. Es gilt nicht grenzenlos, aber Einschränkungen brauchen einen guten, gesetzlichen Grund.
| Fall | Wird das Recht beachtet? | Warum |
|---|---|---|
| Notenliste mit Namen im Flur | Nein | Andere dürfen die Daten nicht ohne Einwilligung sehen. |
| Ein Verein fragt vor dem Foto nach der Erlaubnis | Ja | Die Person kann selbst entscheiden. |
| Eine App sendet Kontakte ohne Nachfrage weiter | Nein | Es wurde nicht gefragt, die Person konnte nicht entscheiden. |
Einen Fall prüfen
- Welche persönlichen Daten sind betroffen?
- Wer bekommt sie, und wozu?
- Wurde die Person gefragt und hat sie zugestimmt (Einwilligung)?
- Ohne Einwilligung und ohne gesetzlichen Grund wird das Recht verletzt.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Deine Daten sind deine Sache.
Du entscheidest, wer sie bekommt.
Ohne Frage geht es meist nicht.
Ein Beispiel
Dein Tagebuch liest auch niemand ohne deine Erlaubnis. Bei Daten über dich ist es ähnlich: Andere sollen fragen, bevor sie sie nutzen.
Schritt für Schritt
Wir prüfen: Ein Verein stellt ein Gruppenfoto mit Namen auf die Website, ohne zu fragen.
- Betroffen sind Fotos und Namen, also persönliche Daten.
- Die Website kann jeder sehen.
- Niemand wurde gefragt, es gibt keine Einwilligung.
- Das Recht auf Selbstbestimmung wird verletzt.
Mit einem Bild erklärt
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Persönliche Daten? | Ja: Foto und Name |
| Einwilligung? | Nein |
| Ergebnis | Recht verletzt |
Zur Grundlage zurück
- Was sind persönliche Daten? – Du weißt, was persönliche Daten sind.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Wurde die Person gefragt?
Lösung ansehen
Lösung: Das Recht auf Selbstbestimmung wird verletzt.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Wer darf die Noten sehen? Wurde gefragt?
Lösung ansehen
Lösung: Das Recht auf Selbstbestimmung wird verletzt.
Die Noten sind persönliche Daten. Sie werden ohne Einwilligung für alle sichtbar gemacht.
Tipp: Frage immer: Wer entscheidet hier über die Daten? Wenn die betroffene Person nicht gefragt wurde, ist Vorsicht nötig.
Merksatz: Jeder entscheidet grundsätzlich selbst, wer welche persönlichen Daten bekommt und nutzt. Ausnahmen brauchen einen gesetzlichen Grund.
Typischer Fehler: Viele denken: Was im Netz steht, darf jeder benutzen. Das stimmt nicht. Persönliche Daten bleiben geschützt, auch wenn sie sichtbar sind.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
Lösung ansehen
Lösung: Ich entscheide grundsätzlich selbst über meine persönlichen Daten.
Lösung ansehen
Lösung: Stimmt nicht
Lösung ansehen
Lösung: Die freiwillige Zustimmung zur Nutzung der Daten
Lösung ansehen
Lösung: Nur mit gesetzlicher Grundlage und gutem Grund
Lösung ansehen
Lösung: Stimmt nicht
Geschafft
Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung heißt: Du bestimmst grundsätzlich selbst, wer deine Daten bekommt und wofür sie genutzt werden.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
Übungsheft Datenschutz und Datenrecht
Kurz erklärt, 44 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.
Das Heft ist für alle kostenlos – auch wenn gerade kein Geld dafür da ist. Wer es einrichten kann, unterstützt DYS+ Campus mit einem selbst gewählten Betrag. Freiwillig unterstützen