Zustimmung durch Arbeit und Außenpolitik?
Weniger Arbeitslose und außenpolitische Erfolge brachten dem NS-Staat Zustimmung. Wer genau hinschaut, sieht auch die Kosten.
Das lernst du heute
- Ich beschreibe wirtschaftliche und außenpolitische Erfolge des NS-Staates.
- Ich nenne die Kosten und Grenzen dieser Erfolge.
- Ich beurteile, wie sie Zustimmung oder Ablehnung beeinflussten.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Propaganda und „Volksgemeinschaft“, Die Weltwirtschaftskrise 1929: Deutschland und die USA
Viele Menschen stimmten dem NS-Staat zu, weil sich ihr Alltag besserte. Zwei Bereiche spielten eine große Rolle: die Wirtschaft und die Außenpolitik.
Wirtschaft. Anfang 1933 waren etwa sechs Millionen Menschen arbeitslos. 1936 waren es im Durchschnitt weniger als zwei Millionen, 1938 kaum noch Arbeitslose. Gründe waren Staatsaufträge, Aufrüstung, Arbeitsdienst und Bauprojekte wie die Autobahnen. Nicht alle profitierten gleich. Viele Löhne blieben niedrig, und Streiks waren verboten. Frauen wurden aus manchen Berufen gedrängt, jüdische Beschäftigte wurden entlassen. Das senkte die Zahlen, ohne dass es ein echter Erfolg war. Der Staat bezahlte vieles auf Kredit. Die Aufrüstung war schon Vorbereitung auf einen Krieg.
Außenpolitik. 1933 trat Deutschland aus dem Völkerbund aus. 1935 stimmten im Saargebiet etwa 91 % für die Rückkehr zu Deutschland, und die Wehrpflicht wurde wieder eingeführt. Im März 1936 besetzte die Wehrmacht das Rheinland. Dort durften nach dem Versailler Vertrag keine deutschen Soldaten stehen. 1936 fanden die Olympischen Spiele in Berlin statt. Im März 1938 wurde Österreich mit Deutschland vereinigt („Anschluss“). Im September 1938 sprach das Münchener Abkommen Deutschland das Sudetengebiet zu. Viele Menschen jubelten, weil der Versailler Vertrag als ungerecht galt.
Die Erfolge brachten Zustimmung auch von Menschen, die Hitler zuvor nicht gewählt hatten. Aber die Kehrseite war: Rechtsbrüche, Aufrüstung, Verfolgung und die Vorbereitung auf einen Krieg.
| Bereich | Erfolg (aus Sicht vieler Zeitgenossen) | Kosten und Grenzen |
|---|---|---|
| Wirtschaft | Weniger Arbeitslose | Niedrige Löhne, Streikverbot, Schulden, Aufrüstung |
| Außenpolitik | Teile des Versailler Vertrags rückgängig gemacht | Vertragsbrüche, Kriegsgefahr |
| Gesellschaft | Gemeinschaftsgefühl | Ausgrenzung und Verfolgung |
Zustimmung beurteilen
- Wir nennen den Erfolg: Die Arbeitslosigkeit sank stark.
- Wir fragen: Wer profitierte? Viele Männer, die nun Arbeit hatten.
- Wir fragen: Wer verlor? Verfolgte, Frauen in manchen Berufen, später alle durch den Krieg.
- Wir urteilen: Der Erfolg war teuer erkauft und diente der Kriegsvorbereitung.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Weniger Arbeitslose.
Erfolge im Ausland.
Hoher Preis.
Ein Beispiel
Ein Verein verteilt Geschenke und holt sich dafür das Geld aus der Kasse für später. Alle freuen sich zuerst. Später fehlt es.
Schritt für Schritt
Wir prüfen einen Erfolg
- Wir wählen einen Erfolg: weniger Arbeitslose.
- Wir fragen: Wie kam er zustande? Aufrüstung, Zwang und Kredite.
- Wir fragen: Wen betraf er nicht? Verfolgte und entlassene Beschäftigte.
- Wir halten fest: Ein Erfolg kann trotzdem einen schlechten Zweck haben.
Mit einem Bild erklärt
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1933 | Austritt aus dem Völkerbund |
| 1935 | Saarabstimmung, Wehrpflicht |
| 1936 | Besetzung des Rheinlands, Olympische Spiele |
| 1938 | „Anschluss“ Österreichs, Münchener Abkommen |
Zur Grundlage zurück
- Propaganda und „Volksgemeinschaft“ – Du kennst die Propaganda.
- Die Weltwirtschaftskrise 1929: Deutschland und die USA – Du kennst die Weltwirtschaftskrise.
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Vergleiche 1933 und 1936.
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Lösung: Sie sank stark.
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Lösung: Aufrüstung und Schulden
Tipp: Ein Erfolg wirkt anders, wenn man seinen Preis kennt. Frage immer: Wer profitierte? Wer zahlte? Was kam danach?
Merksatz: Weniger Arbeitslose und außenpolitische Erfolge steigerten die Zustimmung. Ihr Preis waren Aufrüstung, Rechtsbrüche und Verfolgung.
Typischer Fehler: Viele denken, der Aufschwung habe allen genützt. Er hing von Aufrüstung und Kredit ab und schloss Verfolgte aus.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Der Versailler Vertrag galt vielen als ungerecht.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Die Wehrmacht besetzte das Rheinland.
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Lösung: Stimmt
Frage 5 In welchem Jahr fanden die Olympischen Spiele in Berlin statt?
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Schau in die Tabelle.
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Lösung: 1936
Die Olympischen Spiele fanden 1936 statt.
Geschafft
Wirtschaft und Außenpolitik brachten dem Regime Zustimmung. Dahinter standen Aufrüstung, Rechtsbruch und Kriegsvorbereitung.
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