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Geschichte

Zustimmung durch Arbeit und Außenpolitik?

Weniger Arbeitslose und außenpolitische Erfolge brachten dem NS-Staat Zustimmung. Wer genau hinschaut, sieht auch die Kosten.

  • ca. 13 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe wirtschaftliche und außenpolitische Erfolge des NS-Staates.
  • Ich nenne die Kosten und Grenzen dieser Erfolge.
  • Ich beurteile, wie sie Zustimmung oder Ablehnung beeinflussten.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Propaganda und „Volksgemeinschaft“, Die Weltwirtschaftskrise 1929: Deutschland und die USA

Viele Menschen stimmten dem NS-Staat zu, weil sich ihr Alltag besserte. Zwei Bereiche spielten eine große Rolle: die Wirtschaft und die Außenpolitik.

Wirtschaft. Anfang 1933 waren etwa sechs Millionen Menschen arbeitslos. 1936 waren es im Durchschnitt weniger als zwei Millionen, 1938 kaum noch Arbeitslose. Gründe waren Staatsaufträge, Aufrüstung, Arbeitsdienst und Bauprojekte wie die Autobahnen. Nicht alle profitierten gleich. Viele Löhne blieben niedrig, und Streiks waren verboten. Frauen wurden aus manchen Berufen gedrängt, jüdische Beschäftigte wurden entlassen. Das senkte die Zahlen, ohne dass es ein echter Erfolg war. Der Staat bezahlte vieles auf Kredit. Die Aufrüstung war schon Vorbereitung auf einen Krieg.

Außenpolitik. 1933 trat Deutschland aus dem Völkerbund aus. 1935 stimmten im Saargebiet etwa 91 % für die Rückkehr zu Deutschland, und die Wehrpflicht wurde wieder eingeführt. Im März 1936 besetzte die Wehrmacht das Rheinland. Dort durften nach dem Versailler Vertrag keine deutschen Soldaten stehen. 1936 fanden die Olympischen Spiele in Berlin statt. Im März 1938 wurde Österreich mit Deutschland vereinigt („Anschluss“). Im September 1938 sprach das Münchener Abkommen Deutschland das Sudetengebiet zu. Viele Menschen jubelten, weil der Versailler Vertrag als ungerecht galt.

Die Erfolge brachten Zustimmung auch von Menschen, die Hitler zuvor nicht gewählt hatten. Aber die Kehrseite war: Rechtsbrüche, Aufrüstung, Verfolgung und die Vorbereitung auf einen Krieg.

Erfolge und ihr Preis.
BereichErfolg (aus Sicht vieler Zeitgenossen)Kosten und Grenzen
WirtschaftWeniger ArbeitsloseNiedrige Löhne, Streikverbot, Schulden, Aufrüstung
AußenpolitikTeile des Versailler Vertrags rückgängig gemachtVertragsbrüche, Kriegsgefahr
GesellschaftGemeinschaftsgefühlAusgrenzung und Verfolgung

Zustimmung beurteilen

  1. Wir nennen den Erfolg: Die Arbeitslosigkeit sank stark.
  2. Wir fragen: Wer profitierte? Viele Männer, die nun Arbeit hatten.
  3. Wir fragen: Wer verlor? Verfolgte, Frauen in manchen Berufen, später alle durch den Krieg.
  4. Wir urteilen: Der Erfolg war teuer erkauft und diente der Kriegsvorbereitung.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Weniger Arbeitslose.

Erfolge im Ausland.

Hoher Preis.

Ein Beispiel

Beispiel

Ein Verein verteilt Geschenke und holt sich dafür das Geld aus der Kasse für später. Alle freuen sich zuerst. Später fehlt es.

Schritt für Schritt

Wir prüfen einen Erfolg

  1. Wir wählen einen Erfolg: weniger Arbeitslose.
  2. Wir fragen: Wie kam er zustande? Aufrüstung, Zwang und Kredite.
  3. Wir fragen: Wen betraf er nicht? Verfolgte und entlassene Beschäftigte.
  4. Wir halten fest: Ein Erfolg kann trotzdem einen schlechten Zweck haben.

Mit einem Bild erklärt

JahrEreignis
1933Austritt aus dem Völkerbund
1935Saarabstimmung, Wehrpflicht
1936Besetzung des Rheinlands, Olympische Spiele
1938„Anschluss“ Österreichs, Münchener Abkommen

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Wie entwickelte sich die Zahl der Arbeitslosen nach 1933?
Zeig mir den ersten Schritt

Vergleiche 1933 und 1936.

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Lösung: Sie sank stark.

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Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was gehört zu den Kosten des wirtschaftlichen Aufschwungs?
Zeig mir den ersten Schritt

Suche im Text die Kehrseite.

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Lösung: Aufrüstung und Schulden

Tipp: Ein Erfolg wirkt anders, wenn man seinen Preis kennt. Frage immer: Wer profitierte? Wer zahlte? Was kam danach?

Merksatz: Weniger Arbeitslose und außenpolitische Erfolge steigerten die Zustimmung. Ihr Preis waren Aufrüstung, Rechtsbrüche und Verfolgung.

Typischer Fehler: Viele denken, der Aufschwung habe allen genützt. Er hing von Aufrüstung und Kredit ab und schloss Verfolgte aus.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Warum jubelten viele Menschen über außenpolitische Erfolge?
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Lösung: Der Versailler Vertrag galt vielen als ungerecht.

Frage 2 Der Rückgang der Arbeitslosigkeit galt für alle Menschen gleich.
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Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Was geschah im März 1936?
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Lösung: Die Wehrmacht besetzte das Rheinland.

Frage 4 Der „Anschluss“ Österreichs fand im März 1938 statt.
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Lösung: Stimmt

Frage 5 In welchem Jahr fanden die Olympischen Spiele in Berlin statt?

Zeig mir den ersten Schritt

Schau in die Tabelle.

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Lösung: 1936

Die Olympischen Spiele fanden 1936 statt.

Geschafft

Wirtschaft und Außenpolitik brachten dem Regime Zustimmung. Dahinter standen Aufrüstung, Rechtsbruch und Kriegsvorbereitung.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft NS-Ideologie und Alltag in der Diktatur

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