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Evangelische Religion

Säkulare Weltanschauungen: Humanismus und Naturalismus

Humanismus und Naturalismus sind Weltanschauungen ohne Gott. Sie haben verschiedene Menschenbilder.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe Humanismus und Naturalismus.
  • Ich nenne Gemeinsamkeiten mit der christlichen Sicht.
  • Ich nenne Unterschiede.
  • Ich vergleiche, was Weltanschauungen gerecht und wahr nennen.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Argumente für und gegen den Glauben, Gottes Gerechtigkeit

Nicht jede Weltanschauung beruht auf dem Glauben an Gott. Zwei bekannte säkulare Weltanschauungen sind der Humanismus und der Naturalismus.

Der Humanismus stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Gemeint ist hier der weltliche Humanismus. Er geht davon aus, dass jeder Mensch Würde hat, weil er Mensch ist. Er setzt auf Vernunft, Freiheit und Selbstbestimmung. Moral begründet er ohne Gott, etwa mit Mitgefühl und Vernunft. Humanisten setzen sich zum Beispiel für Menschenrechte ein.

Der Naturalismus meint: Es gibt nur die Natur. Alles, was es gibt, lässt sich natürlich erklären. Auch der Mensch ist ein Teil der Natur. Fragen nach einem Gott oder einer Seele beantwortet er mit Nein oder lässt sie offen. Er hält naturwissenschaftliche Methoden für den besten Weg zur Erkenntnis.

Gemeinsamkeiten mit der christlichen Sicht sind oft die Achtung vor dem Menschen und der Einsatz für Menschenrechte. Der Unterschied liegt im Grund: Christinnen und Christen begründen die Würde mit dem Ebenbild Gottes. Humanisten begründen sie mit dem Menschsein selbst.

Weltanschauungen im Vergleich.
WeltanschauungKernideeGrund der Würde
HumanismusMensch, Vernunft, FreiheitMenschsein selbst
NaturalismusNur die Natur zähltbleibt je nach Richtung offen
christlichGott als SchöpferEbenbild Gottes

Weltanschauungen unterscheiden sich auch darin, was sie gerecht und was sie wahr nennen.

In der Bibel heißt gerecht vor allem: sich den Schwachen zuwenden und für ihr Recht sorgen (zum Beispiel Jesaja 1,17 und Micha 6,8). Wahrheit ist für Christinnen und Christen nicht nur ein richtiger Satz. Sie wird im Glauben bezeugt und im Leben bewährt. Jesus sagt im Johannesevangelium: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6).

Der weltliche Humanismus begründet Gerechtigkeit mit der Vernunft und mit gleichen Rechten für alle, zum Beispiel mit den Menschenrechten. Als wahr gilt, was man prüfen und begründen kann. Der Naturalismus vertraut dabei vor allem den Naturwissenschaften.

Eine Ideologie behauptet dagegen oft, allein die Wahrheit zu besitzen. Gerecht ist dann, was der eigenen Gruppe nützt. Zweifel sind nicht erwünscht.

Christentum und Humanismus haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Gerechtigkeit soll für alle Menschen gelten. Und man darf fragen und zweifeln.

Was ist gerecht? Was ist wahr?
SichtWas ist gerecht?Was ist wahr?
biblisch-christlichZuwendung zu den Schwachen, Recht für alleim Glauben bezeugt, im Leben bewährt
weltlicher Humanismusaus Vernunft und Menschenrechten begründetwas man prüfen und begründen kann
Ideologiewas der eigenen Gruppe nütztnur die eigene Lehre (Alleinwahrheit)

Weltanschauungen unterscheiden

  1. Aussage: „Alles lässt sich natürlich erklären.“
  2. Frage: Welche Weltanschauung?
  3. Antwort: Naturalismus.
  4. Aussage: „Jeder Mensch hat Würde, weil er Mensch ist.“ Antwort: Humanismus.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Es gibt Weltanschauungen ohne Gott.

Zwei davon heißen Humanismus und Naturalismus.

Sie haben Werte.

Ein Beispiel

Beispiel

Jemand hilft einem Nachbarn, weil er Mitgefühl hat. Er braucht dafür keinen Glauben. So begründet der Humanismus Werte.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: Weltanschauungen vergleichen

  1. Nenne den Kern jeder Weltanschauung.
  2. Frage: Worauf stützt sie sich?
  3. Suche eine Gemeinsamkeit.
  4. Suche einen Unterschied.

Mit einem Bild erklärt

WeltanschauungStützt sich auf
christlichGottes Offenbarung
HumanismusVernunft und Mitgefühl
NaturalismusNatur und Wissenschaft

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Ausprobieren

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Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was ist der Kern des Humanismus?
Zeig mir den ersten Schritt

Das Wort kommt von „Mensch“.

Lösung ansehen

Lösung: Der Mensch steht im Mittelpunkt.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was meint Naturalismus?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an das Wort Natur.

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Lösung: Alles lässt sich natürlich erklären.

Ordne jede Aussage einer Sicht aus der Tabelle „Was ist gerecht? Was ist wahr?“ zu.

Üben

Jetzt du: Was ist gerecht? Was ist wahr?

Jetzt probierst du es allein.

Frage 1 „Gerecht ist, wer Witwen, Waisen und Fremden zu ihrem Recht verhilft.“ Zu welcher Sicht passt die Aussage?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an die Propheten, zum Beispiel an Jesaja 1,17.

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Lösung: biblisch-christlich

Frage 2 „Wahr ist, was man mit Gründen und Belegen prüfen kann.“ Zu welcher Sicht passt die Aussage?
Zeig mir den ersten Schritt

Welche Sicht setzt auf Vernunft?

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Lösung: weltlicher Humanismus

Frage 3 „Nur unsere Lehre ist wahr. Gerecht ist, was unserem Volk nützt.“ Zu welcher Sicht passt die Aussage?
Zeig mir den ersten Schritt

Achte auf das Wort „nur“.

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Lösung: Ideologie

Tipp: Frage: Worauf stützt sich die Weltanschauung? Auf Gott, auf die Vernunft oder auf die Natur?

Merksatz: Humanismus und Naturalismus sind säkulare Weltanschauungen. Sie begründen Werte ohne Gott.

Typischer Fehler: Man sagt oft, wer nicht glaubt, habe keine Werte. Auch säkulare Weltanschauungen haben Werte, etwa Menschenrechte.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Worin liegt der Unterschied bei der Begründung der Menschenwürde?
Lösung ansehen

Lösung: Christlich: Ebenbild Gottes. Humanistisch: Menschsein selbst.

Frage 2 Säkular bedeutet, dass eine Weltanschauung Gott in den Mittelpunkt stellt.
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Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Welche Gemeinsamkeit haben Humanismus und christliche Sicht oft?
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Lösung: die Achtung vor dem Menschen

Frage 4 Christentum und Humanismus sind sich einig, dass Gerechtigkeit für alle Menschen gelten soll.
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Lösung: Stimmt

Geschafft

Humanismus stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Naturalismus erklärt alles natürlich. Beide kommen ohne Gott aus. Auch bei Gerechtigkeit und Wahrheit gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur christlichen Sicht.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Menschenbilder und Weltanschauungen

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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