Säkulare Weltanschauungen: Humanismus und Naturalismus
Humanismus und Naturalismus sind Weltanschauungen ohne Gott. Sie haben verschiedene Menschenbilder.
Das lernst du heute
- Ich beschreibe Humanismus und Naturalismus.
- Ich nenne Gemeinsamkeiten mit der christlichen Sicht.
- Ich nenne Unterschiede.
- Ich vergleiche, was Weltanschauungen gerecht und wahr nennen.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Argumente für und gegen den Glauben, Gottes Gerechtigkeit
Nicht jede Weltanschauung beruht auf dem Glauben an Gott. Zwei bekannte säkulare Weltanschauungen sind der Humanismus und der Naturalismus.
Der Humanismus stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Gemeint ist hier der weltliche Humanismus. Er geht davon aus, dass jeder Mensch Würde hat, weil er Mensch ist. Er setzt auf Vernunft, Freiheit und Selbstbestimmung. Moral begründet er ohne Gott, etwa mit Mitgefühl und Vernunft. Humanisten setzen sich zum Beispiel für Menschenrechte ein.
Der Naturalismus meint: Es gibt nur die Natur. Alles, was es gibt, lässt sich natürlich erklären. Auch der Mensch ist ein Teil der Natur. Fragen nach einem Gott oder einer Seele beantwortet er mit Nein oder lässt sie offen. Er hält naturwissenschaftliche Methoden für den besten Weg zur Erkenntnis.
Gemeinsamkeiten mit der christlichen Sicht sind oft die Achtung vor dem Menschen und der Einsatz für Menschenrechte. Der Unterschied liegt im Grund: Christinnen und Christen begründen die Würde mit dem Ebenbild Gottes. Humanisten begründen sie mit dem Menschsein selbst.
| Weltanschauung | Kernidee | Grund der Würde |
|---|---|---|
| Humanismus | Mensch, Vernunft, Freiheit | Menschsein selbst |
| Naturalismus | Nur die Natur zählt | bleibt je nach Richtung offen |
| christlich | Gott als Schöpfer | Ebenbild Gottes |
Weltanschauungen unterscheiden sich auch darin, was sie gerecht und was sie wahr nennen.
In der Bibel heißt gerecht vor allem: sich den Schwachen zuwenden und für ihr Recht sorgen (zum Beispiel Jesaja 1,17 und Micha 6,8). Wahrheit ist für Christinnen und Christen nicht nur ein richtiger Satz. Sie wird im Glauben bezeugt und im Leben bewährt. Jesus sagt im Johannesevangelium: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6).
Der weltliche Humanismus begründet Gerechtigkeit mit der Vernunft und mit gleichen Rechten für alle, zum Beispiel mit den Menschenrechten. Als wahr gilt, was man prüfen und begründen kann. Der Naturalismus vertraut dabei vor allem den Naturwissenschaften.
Eine Ideologie behauptet dagegen oft, allein die Wahrheit zu besitzen. Gerecht ist dann, was der eigenen Gruppe nützt. Zweifel sind nicht erwünscht.
Christentum und Humanismus haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Gerechtigkeit soll für alle Menschen gelten. Und man darf fragen und zweifeln.
| Sicht | Was ist gerecht? | Was ist wahr? |
|---|---|---|
| biblisch-christlich | Zuwendung zu den Schwachen, Recht für alle | im Glauben bezeugt, im Leben bewährt |
| weltlicher Humanismus | aus Vernunft und Menschenrechten begründet | was man prüfen und begründen kann |
| Ideologie | was der eigenen Gruppe nützt | nur die eigene Lehre (Alleinwahrheit) |
Weltanschauungen unterscheiden
- Aussage: „Alles lässt sich natürlich erklären.“
- Frage: Welche Weltanschauung?
- Antwort: Naturalismus.
- Aussage: „Jeder Mensch hat Würde, weil er Mensch ist.“ Antwort: Humanismus.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Es gibt Weltanschauungen ohne Gott.
Zwei davon heißen Humanismus und Naturalismus.
Sie haben Werte.
Ein Beispiel
Jemand hilft einem Nachbarn, weil er Mitgefühl hat. Er braucht dafür keinen Glauben. So begründet der Humanismus Werte.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt: Weltanschauungen vergleichen
- Nenne den Kern jeder Weltanschauung.
- Frage: Worauf stützt sie sich?
- Suche eine Gemeinsamkeit.
- Suche einen Unterschied.
Mit einem Bild erklärt
| Weltanschauung | Stützt sich auf |
|---|---|
| christlich | Gottes Offenbarung |
| Humanismus | Vernunft und Mitgefühl |
| Naturalismus | Natur und Wissenschaft |
Zur Grundlage zurück
- Argumente für und gegen den Glauben – Hier kennst du Argumente für und gegen den Glauben.
- Gottes Gerechtigkeit – Hier lernst du, was die Bibel unter Gerechtigkeit versteht.
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Zeig mir den ersten Schritt
Das Wort kommt von „Mensch“.
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Lösung: Der Mensch steht im Mittelpunkt.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an das Wort Natur.
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Lösung: Alles lässt sich natürlich erklären.
Ordne jede Aussage einer Sicht aus der Tabelle „Was ist gerecht? Was ist wahr?“ zu.
Jetzt du: Was ist gerecht? Was ist wahr?
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an die Propheten, zum Beispiel an Jesaja 1,17.
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Lösung: biblisch-christlich
Zeig mir den ersten Schritt
Welche Sicht setzt auf Vernunft?
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Lösung: weltlicher Humanismus
Zeig mir den ersten Schritt
Achte auf das Wort „nur“.
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Lösung: Ideologie
Tipp: Frage: Worauf stützt sich die Weltanschauung? Auf Gott, auf die Vernunft oder auf die Natur?
Merksatz: Humanismus und Naturalismus sind säkulare Weltanschauungen. Sie begründen Werte ohne Gott.
Typischer Fehler: Man sagt oft, wer nicht glaubt, habe keine Werte. Auch säkulare Weltanschauungen haben Werte, etwa Menschenrechte.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Christlich: Ebenbild Gottes. Humanistisch: Menschsein selbst.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: die Achtung vor dem Menschen
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Lösung: Stimmt
Geschafft
Humanismus stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Naturalismus erklärt alles natürlich. Beide kommen ohne Gott aus. Auch bei Gerechtigkeit und Wahrheit gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur christlichen Sicht.
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