Figuren in einer Alltagssituation
In Kurzgeschichten wird wenig über die Figuren gesagt. Du erschließt ihre Gedanken und Gefühle aus Verhalten, Körpersprache und Rede.
Das lernst du heute
- Ich kann Figuren aus ihrem Verhalten und ihrer Rede charakterisieren.
- Ich kann erklären, wie sich eine Figur im Verlauf verändert.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Was eine Figur denkt und fühlt, Mit Textstellen belegen und zitieren
In Kurzgeschichten sind Figuren oft typische Menschen in einer Alltagssituation. Manche haben keinen Namen („der Junge“). Es gibt wenig Beschreibung. Du erschließt ihren Charakter aus dem Verhalten (Was tut sie?), der Körpersprache (Wie reagiert ihr Körper?), der Rede (Was sagt sie, und wie?) und den Gedanken. Eine Figur kann sich im Verlauf verändern, besonders nach dem Wendepunkt. Deine Aussagen über die Figuren belegst du mit Textstellen (Zeilenangabe).
Eine Figur untersuchen
- Frau Aksoy am Anfang: Sie „musterte“ den Jungen (Z. 3). Sie fragt „schärfer, als sie wollte“ (Z. 5). Das zeigt Misstrauen und leichte Ungeduld.
- Der Junge: Seine „Knöchel an der Stange wurden weiß“ (Z. 6). Er ist angespannt und hat Angst, dass etwas kaputtgeht.
- Wendepunkt: Der Junge erklärt, was im Rucksack ist (Z. 9–10).
- Frau Aksoy danach: Sie „rückte ein Stück zur Seite“ (Z. 11) und hält den Rucksack. Sie zeigt Verständnis und hilft.
- Ergebnis: Sie verändert sich. Misstrauen wird zu Fürsorge.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Was tut sie?
Was sagt sie?
Wie reagiert ihr Körper?
Verändert sie sich?
Beleg nicht vergessen.
Ein Beispiel
Du siehst einen Mitschüler, der ständig auf sein Handy schaut, nervös lacht und schnell geht. Daraus ziehst du Schlüsse auf seine Stimmung. So liest du Figuren.
Schritt für Schritt
Wir charakterisieren den Jungen.
- Verhalten: Er hält den Rucksack mit beiden Armen fest (Z. 2).
- Körpersprache: Seine Knöchel werden weiß (Z. 6).
- Rede: Er spricht leise (Z. 10).
- Schluss: Er ist angespannt, vorsichtig und liebevoll.
Mit einem Bild erklärt
| Figur | Textstelle | Schluss |
|---|---|---|
| Junge | „Seine Knöchel an der Stange wurden weiß.“ (Z. 6) | Er ist angespannt. |
| Junge | „Für meine Mutter“, sagte er leise. (Z. 10) | Er ist liebevoll. |
| Frau Aksoy | „schärfer, als sie wollte“ (Z. 5) | Sie ist misstrauisch, aber nicht unfreundlich. |
| Frau Aksoy | „rückte ein Stück zur Seite“ (Z. 11) | Sie wird verständnisvoll. |
Zur Grundlage zurück
- Was eine Figur denkt und fühlt – Du hast schon Gefühle aus Hinweisen erschlossen.
- Mit Textstellen belegen und zitieren – Du kannst schon Textstellen belegen.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Was passiert im Körper bei Anspannung?
Lösung ansehen
Lösung: Der Junge ist angespannt.
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Suche eine Stelle, an der sie etwas für den Jungen tut.
Lösung ansehen
Lösung: „Sie rückte ein Stück zur Seite und hielt mit einer Hand den Rucksack“ (Z. 11)
Tipp: Belege jede Aussage mit einer Zeilenangabe, zum Beispiel (Z. 6).
Merksatz: Figur: Verhalten, Körper, Rede, Gedanken. Veränderung: vorher – Wendepunkt – nachher. Mit Zeilenangabe belegen.
Typischer Fehler: Viele schreiben: „Sie ist nett.“ Das ist zu allgemein. Besser ist: „Sie hilft dem Jungen (Z. 11) und zeigt damit Verständnis.“ Eine Charakterisierung braucht Belege.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
Lösung ansehen
Lösung: Name, Alter und Lebensgeschichte
Lösung ansehen
Lösung: mit einer Textstelle und Zeilenangabe
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Lösung: Stimmt nicht
Lösung ansehen
Lösung: Stimmt
Geschafft
Figuren in Kurzgeschichten erschließt man aus ihrem Verhalten, ihrer Körpersprache und ihrer Rede. Sie können sich verändern. Aussagen werden belegt.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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