DYS+ Campus ist kostenlos und ohne Werbung. Projekt mit einer Spende unterstützen

Geschichte

Die DDR erinnern und deuten

Über die DDR wird bis heute gestritten. Menschen erinnern sich verschieden, und Museen, Filme und Gedenkstätten zeigen verschiedene Seiten.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Plus

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe zwei Zugänge zur DDR-Geschichte: biografisch und geschichtskulturell.
  • Ich erkläre Begriffe wie Diktatur und Unrechtsstaat.
  • Ich erörtere, wie man die DDR-Geschichte begründet deuten kann.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Krise ab 1973: Folgen in Ost und West

Wenn Menschen heute über die DDR sprechen, hören wir sehr verschiedene Deutungen. Dafür gibt es zwei wichtige Zugänge.

Der erste Zugang ist biografisch. Menschen erzählen aus ihrem Leben: Kindheit, Arbeit, Familie. Ein ausgedachtes Beispiel: „Ich hatte einen sicheren Arbeitsplatz, aber ich durfte nicht sagen, was ich dachte.“ Solche Erzählungen sind wertvoll. Sie zeigen persönliche Erfahrungen. Sie sind aber keine vollständige Geschichte. Jede Person erlebte die DDR anders.

Der zweite Zugang ist geschichtskulturell. Gemeint ist, wie die Gesellschaft heute an die DDR erinnert: durch Museen, Gedenkstätten, Filme, Bücher, Gedenktage und Archive. Dort wird ausgewählt, was gezeigt wird. Manche Orte erinnern an Verfolgte und Opfer. Andere zeigen den Alltag.

Verschiedene Begriffe betonen Verschiedenes. Mit „Diktatur“ ist gemeint: Eine Partei herrschte ohne freie Wahlen und ohne Schutz der Meinungsfreiheit. Der Begriff „Unrechtsstaat“ hebt hervor, dass Menschen nicht sicher vor staatlicher Willkür waren. Manche sagen, der Begriff verdecke den Alltag. Andere sagen, er benenne das Unrecht klar. Der Begriff „Fürsorgediktatur“ betont, dass der Staat sich zugleich um die soziale Sicherheit kümmerte. Auch Wehmut nach dem früheren Alltag kommt vor. Man nennt sie manchmal „Ostalgie“. Sie kann dazu führen, dass Unrecht kleiner wirkt.

Eine gute Deutung vergleicht mehrere Perspektiven und fragt nach Belegen. Sie spielt Unrecht und Alltag nicht gegeneinander aus.

Zwei Zugänge zur DDR-Geschichte.
ZugangWas zeigt er?Grenze
biografischpersönliche Erfahrungennur ein Ausschnitt
geschichtskulturellwie die Gesellschaft erinnert (Museen, Gedenkstätten, Filme)Auswahl und Deutung

Eine Deutung prüfen

  1. Wir fragen: Wer spricht?
  2. Wir fragen: Welcher Zugang liegt vor?
  3. Wir sammeln Belege aus mehreren Quellen.
  4. Wir formulieren ein begründetes Urteil und nennen, was offen bleibt.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Menschen erzählen.

Museen zeigen.

Wir vergleichen und prüfen.

Ein Beispiel

Beispiel

Drei Menschen erzählen von demselben Schulfest. Jede Person erinnert sich an etwas anderes. Zusammen entsteht ein Bild.

Schritt für Schritt

Wir prüfen eine Aussage

  1. Wir lesen die Aussage.
  2. Wir fragen: Biografisch oder geschichtskulturell?
  3. Wir suchen einen zweiten Beleg.
  4. Wir formulieren das Ergebnis.

Mit einem Bild erklärt

BeispielZugang
Eine Zeitzeugin erzählt von ihrer Schulzeitbiografisch
Ein Museum zeigt Alltagsgegenständegeschichtskulturell
Ein Film über die Mauergeschichtskulturell

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was ist ein biografischer Zugang?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an Erzählungen aus dem Leben.

Lösung ansehen

Lösung: Menschen erzählen aus ihrem eigenen Leben.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was betont der Begriff „Unrechtsstaat“?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an Recht.

Lösung ansehen

Lösung: Dass Menschen nicht sicher vor staatlicher Willkür waren.

Tipp: Erst fragen, wer spricht und woher das Wissen stammt. Dann urteilen.

Merksatz: Zur DDR-Geschichte gehören Diktatur und Alltag. Biografische und geschichtskulturelle Zugänge ergänzen sich. Begriffe wie Diktatur und Unrechtsstaat betonen Verschiedenes.

Typischer Fehler: Viele wollen eine einzige richtige Deutung. Gute Geschichtsarbeit vergleicht mehrere Sichtweisen und nennt Belege.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Welches Beispiel ist geschichtskulturell?
Lösung ansehen

Lösung: Ein Museum zeigt Gegenstände aus dem Alltag.

Frage 2 Eine biografische Erzählung zeigt die ganze DDR.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Was ist das Ziel einer begründeten Deutung?
Lösung ansehen

Lösung: Mehrere Perspektiven vergleichen und mit Belegen urteilen.

Frage 4 Mit Ostalgie ist eine Wehmut nach dem früheren Alltag gemeint.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 5 Was bedeutet „Diktatur“ hier?
Lösung ansehen

Lösung: Eine Partei herrscht ohne freie Wahlen und ohne Meinungsfreiheit.

Geschafft

Über die DDR gibt es verschiedene Erinnerungen und Deutungen. Ein begründetes Urteil nutzt mehrere Zugänge und Belege.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Zwei deutsche Staaten

Kurz erklärt, 40 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

PDF, 395 KB

Übungsheft herunterladen (PDF, 395 KB)

Das Heft ist für alle kostenlos – auch wenn gerade kein Geld dafür da ist. Wer es einrichten kann, unterstützt DYS+ Campus mit einem selbst gewählten Betrag. Freiwillig unterstützen