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Chemie

Kunststoffe recyceln: Verfahren und Grenzen

Kunststoffe kann man auf drei Wegen verwerten. Die Eigenschaften der Stoffe bestimmen, welcher Weg möglich ist.

  • ca. 13 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich beschreibe werkstoffliches, rohstoffliches und energetisches Recycling.
  • Ich nutze die Dichte, um Kunststoffe zu trennen.
  • Ich nenne Grenzen des Recyclings.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Klebstoffe: Kohäsion und Adhäsion, Recycling: Rohstoffe und Energie sparen

Kunststoffabfall kann man auf drei Wegen verwerten. Beim werkstofflichen Recycling sortiert man die Kunststoffe, zerkleinert, wäscht und schmilzt sie. Daraus entstehen neue Produkte. Das geht nur bei Thermoplasten, denn nur sie werden beim Erwärmen weich. Beim rohstofflichen Recycling spaltet man die Makromoleküle wieder in kleine Moleküle. Daraus gewinnt man neue Rohstoffe. Beim energetischen Recycling verbrennt man den Abfall und nutzt die Wärme. Dabei entsteht Kohlenstoffdioxid. Es verstärkt den Treibhauseffekt. Vor dem Recycling trennt man die Sorten. Dazu nutzt man die Dichte, also die Masse je Volumen: ρ = m : V. Wasser hat etwa 1,0 g/cm³. Stoffe mit kleinerer Dichte schwimmen, mit größerer sinken. PE und PP schwimmen. PS, PVC und PET sinken. Es gibt Grenzen. Mischungen und Verbundstoffe lassen sich schlecht trennen. Zusatzstoffe stören. Bei jedem Durchlauf kann die Qualität sinken. Duroplaste und Elastomere kann man nicht einschmelzen. Am besten ist es, Abfall zu vermeiden und Dinge mehrfach zu nutzen. Auf Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff gibt es in Deutschland 25 Cent Pfand. So kommen sie sortenrein zurück.

Trennen im Wasserbad.
KunststoffDichte (etwa)In Wasser (1,0 g/cm³)
Polypropylen (PP)0,90 g/cm³schwimmt
Polyethylen (PE)0,95 g/cm³schwimmt
Polystyrol (PS)1,05 g/cm³sinkt
PVC und PET1,4 g/cm³sinken

Die Dichte einer Probe berechnen

  1. Gegeben: Masse 19 g, Volumen 20 cm³.
  2. Formel: ρ = m : V.
  3. ρ = 19 g : 20 cm³ = 0,95 g/cm³.
  4. Das ist kleiner als 1,0 g/cm³. Die Probe schwimmt und könnte Polyethylen sein.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Sortieren, einschmelzen, neues Produkt.

Oder Moleküle spalten.

Oder verbrennen für Wärme.

Ein Beispiel

Beispiel

Altes Knetwachs lässt sich neu formen, ein gebackener Kuchen nicht. So geht es Thermoplasten und Duroplasten beim Recycling.

Schritt für Schritt

Wir berechnen die Dichte

  1. Wiege die Probe: 28 g.
  2. Miss das Volumen: 20 cm³.
  3. ρ = 28 g : 20 cm³ = 1,4 g/cm³.
  4. Größer als Wasser: Die Probe sinkt, zum Beispiel PVC oder PET.

Mit einem Bild erklärt

DichteVerhalten in Wasser
kleiner als 1,0 g/cm³schwimmt
größer als 1,0 g/cm³sinkt

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Eine Kunststoffprobe hat die Dichte 0,95 g/cm³ und ein Volumen von 20 cm³. Wie viel g wiegt sie?

Zeig mir den ersten Schritt

Stelle ρ = m : V nach m um: m = ρ · V.

Lösung ansehen

Lösung: 19

0,95 g/cm³ · 20 cm³ = 19 g.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Eine Probe hat die Dichte 1,4 g/cm³. Was passiert im Wasser?
Zeig mir den ersten Schritt

Vergleiche mit 1,0 g/cm³.

Lösung ansehen

Lösung: Sie sinkt.

Tipp: Dichte kleiner als Wasser: schwimmt. Dichte größer als Wasser: sinkt. Trenne damit zuerst Schwimmer und Sinker.

Merksatz: Recycling: werkstofflich (einschmelzen, nur Thermoplaste), rohstofflich (Moleküle spalten), energetisch (verbrennen). Dichte ρ = m : V trennt Sorten.

Typischer Fehler: Viele denken, jeder Kunststoff sei unbegrenzt recycelbar. Mischungen, Zusatzstoffe und Duroplaste setzen Grenzen.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Welches Recycling-Verfahren schmilzt Kunststoff ein?
Lösung ansehen

Lösung: werkstoffliches Recycling

Frage 2 Duroplaste lassen sich einschmelzen und neu formen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Welche Kunststoffe schwimmen im Wasser?
Lösung ansehen

Lösung: PE und PP

Frage 4 Welche Grenze hat das Recycling?
Lösung ansehen

Lösung: Verbundstoffe lassen sich schlecht trennen.

Frage 5 Beim Verbrennen von Kunststoffen entsteht Kohlenstoffdioxid.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Geschafft

Kunststoffe werden werkstofflich, rohstofflich oder energetisch verwertet. Wichtig sind sortenreines Sammeln und die Dichte zum Trennen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Kunststoffe: Makromoleküle in Alltag und Technik

Kurz erklärt, 40 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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