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Evangelische Religion

Ökumene: Wege zur Einheit

Ökumene heißt: Christliche Kirchen suchen Wege zueinander. Es gibt Erfolge und Schwierigkeiten.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich erkläre den Begriff Ökumene.
  • Ich nenne Beispiele ökumenischer Annäherung.
  • Ich beurteile Möglichkeiten und Schwierigkeiten für die Zusammenarbeit.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Ökumene und Erfahrungen mit Kirche, Kirche muss sich immer erneuern

Das Wort Ökumene kommt aus dem Griechischen und meint „die bewohnte Erde“. Heute bedeutet es: Kirchen aus allen Konfessionen suchen das Gespräch und die Zusammenarbeit.

Die Spaltungen haben Gründe. Im Jahr 1054 trennten sich die Kirchen im Westen und im Osten. Im 16. Jahrhundert spaltete sich die westliche Kirche durch die Reformation. Es entstanden evangelische und katholische Kirchen.

Die ökumenische Bewegung wuchs im 20. Jahrhundert. 1910 trafen sich Kirchen in Edinburgh zu einer Missionskonferenz. 1948 wurde der Ökumenische Rat der Kirchen gegründet. In den Jahren 1962 bis 1965 öffnete sich die katholische Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil für das Gespräch mit anderen Kirchen. 1973 vereinbarten lutherische, reformierte und unierte Kirchen in Europa mit der Leuenberger Konkordie, dass sie einander Gemeinschaft in Kanzel und Abendmahl gewähren. 1999 unterzeichneten der Lutherische Weltbund und die katholische Kirche in Augsburg eine Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre. Sie sagt: In der Frage, wie Gott Menschen annimmt, trennt die Kirchen nicht mehr so viel wie früher. 2007 erkannten mehrere Kirchen in Magdeburg gegenseitig ihre Taufe an.

Im Alltag zeigt sich Ökumene in gemeinsamen Gottesdiensten, in Ökumenischen Kirchentagen, in Bibelwochen, in gemeinsamer sozialer Arbeit und im Religionsunterricht.

Es bleiben Schwierigkeiten. Die Kirchen verstehen Abendmahl und Eucharistie unterschiedlich. Sie haben verschiedene Vorstellungen vom kirchlichen Amt und von der Rolle des Papstes. Deshalb können evangelische und katholische Christinnen und Christen bisher nicht überall gemeinsam Abendmahl feiern. Manche wünschen sich schnellere Schritte, andere fürchten, die eigene Tradition könnte verloren gehen.

1054Trennung Ost und West1517Reformation1948Ökumenischer Rat1973Leuenberg1999Augsburg
Spaltung und Annäherung.

Ein Beispiel beurteilen

  1. Beispiel: Zwei Gemeinden feiern einen gemeinsamen Gottesdienst zum Schulanfang.
  2. Möglichkeit: Menschen begegnen einander und beten zusammen.
  3. Schwierigkeit: Beim Abendmahl unterscheiden sich die Vorstellungen.
  4. Urteil: Gemeinsames Beten ist gut möglich. Beim Abendmahl braucht es weitere Gespräche.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Ökumene heißt: Kirchen reden miteinander.

Manches geht schon. Manches ist offen.

Ein Beispiel

Beispiel

Zwei Familien feiern gemeinsam ein Fest, kochen aber verschieden. Sie wollen zusammen feiern und achten Unterschiede.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: ein ökumenisches Beispiel beurteilen

  1. Beschreibe das Beispiel.
  2. Nenne eine Möglichkeit.
  3. Nenne eine Schwierigkeit.
  4. Fälle ein Urteil.

Mit einem Bild erklärt

BeispielMöglichkeitSchwierigkeit
Gemeinsamer GottesdienstBegegnung und Gebetkaum, solange kein Abendmahl gefeiert wird
Gemeinsames AbendmahlGemeinschaftunterschiedliches Verständnis
Gegenseitige TaufanerkennungGemeinsamkeitkaum

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Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was bedeutet das Wort Ökumene ursprünglich?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an „Ökumene“ und „Erde“.

Lösung ansehen

Lösung: Die bewohnte Erde

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was vereinbarten die Kirchen mit der Leuenberger Konkordie 1973?
Zeig mir den ersten Schritt

Schau in die Zeitleiste: 1973.

Lösung ansehen

Lösung: Gemeinschaft in Kanzel und Abendmahl

Tipp: Bewerte immer beides: Was ist möglich? Was ist schwierig?

Merksatz: Ökumene: Kirchen suchen Wege zueinander. Erfolge gibt es bei Taufe und Rechtfertigung, Schwierigkeiten bei Amt und Abendmahl.

Typischer Fehler: Viele meinen, Ökumene heiße Einheitskirche. Sie meint Zusammenarbeit trotz Unterschieden.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Die Kirchen sind sich in allen Fragen einig, auch beim Abendmahl.
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Lösung: Stimmt nicht

Frage 2 Was war ein Ergebnis der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre 1999?
Lösung ansehen

Lösung: Die Kirchen sehen in der Frage der Rechtfertigung weniger Trennendes.

Frage 3 Was ist ein Beispiel für Ökumene im Alltag?
Lösung ansehen

Lösung: Ein gemeinsamer Gottesdienst zum Schulanfang

Frage 4 Welche Schwierigkeit bleibt in der Ökumene?
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Lösung: Unterschiedliches Verständnis von Amt und Abendmahl

Geschafft

Aus Spaltungen sind Wege zur Annäherung geworden. Offen bleiben Fragen zu Abendmahl und Amt.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

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