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Evangelische Religion

Gott ist kein Wunscherfüller

Nach der Bibel lässt sich Gott nicht verfügbar machen. Das nennt man Unverfügbarkeit Gottes.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 9
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich erkläre, was Unverfügbarkeit Gottes bedeutet.
  • Ich nenne biblische Beispiele.
  • Ich erläutere, warum Beten kein Automat ist.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Wenn Gott für eigene Zwecke benutzt wird

Unverfügbar heißt: Man kann nicht über etwas verfügen, es nicht kaufen, besitzen oder herbeizwingen. Nach der Bibel gilt das für Gott.

Im 2. Buch Mose (2. Mose 3,14) fragt Mose nach Gottes Namen. Die Antwort wird oft mit „Ich bin, der ich bin“ übersetzt. Luther übersetzt: „Ich werde sein, der ich sein werde.“ Sie bedeutet: Gott ist da, aber er lässt sich nicht festlegen. Das Bilderverbot (2. Mose 20,4) sagt, man soll sich kein Bild von Gott machen. Denn ein Bild würde Gott festlegen.

Im Buch Hiob erzählt die Bibel von einem Mann, dem viel Leid widerfährt. Seine Freunde sagen, er sei selbst schuld. Hiob widerspricht und fordert eine Antwort von Gott. Am Ende spricht Gott (Hiob 38–42). Er erklärt das Leid nicht. Er verweist auf die Größe der Schöpfung. Hiob erlebt: Gott ist größer, als er dachte.

Auch Jesaja (Jesaja 55,8–9) sagt sinngemäß: Gottes Gedanken sind nicht die Gedanken der Menschen. Und Jesus bittet in Gethsemane (Markus 14,36): Wenn es möglich ist, soll der schwere Weg an ihm vorübergehen. Aber er fügt hinzu: Es soll nicht sein eigener Wille geschehen, sondern der Wille Gottes.

Daraus folgt für das Beten: Beten ist kein Automat, in den man Wünsche wirft. Christinnen und Christen dürfen alles vor Gott bringen, auch Bitten und Klagen. Sie rechnen aber damit, dass Gott anders antwortet, als sie wünschen. Auch im Vaterunser bitten Christinnen und Christen, dass Gottes Wille geschehen soll.

Unverfügbar heißt nicht, dass Gott fern ist. Nach 2. Mose 3,12 sagt Gott Mose zu, bei ihm zu sein. Gott ist nah, aber nicht beherrschbar.

Biblische Hinweise auf Unverfügbarkeit.
BibelstelleGedanke
2. Mose 3,14Gottes Name: Gott ist da, aber nicht festgelegt
2. Mose 20,4Bilderverbot: kein Bild von Gott
Hiob 38–42Gott antwortet, erklärt das Leid aber nicht
Jesaja 55,8–9Gottes Gedanken sind anders als menschliche
Markus 14,36Jesus: Gottes Wille soll geschehen, nicht der eigene

Eine Bitte prüfen

  1. Satz: „Wenn ich genug bete, muss Gott meinen Wunsch erfüllen.“
  2. Frage: Wird Gott hier kontrolliert? Ja, als würde Beten zwingen.
  3. Frage: Was sagt die Bibel? Gott bleibt frei (Jesaja 55,8–9).
  4. Ergebnis: Der Satz macht Gott verfügbar. Er passt nicht zur biblischen Rede.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Gott ist nah.

Aber man kann ihn nicht herbeizwingen.

Beten ist ein Vertrauen, kein Automat.

Ein Beispiel

Beispiel

Ein Wunschzettel ist keine Bestellung. Der andere darf entscheiden. So ist es mit Bitten an Gott: Man darf bitten, aber nicht fordern.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: einen Satz prüfen

  1. Lies den Satz.
  2. Frage: Will jemand Gott zu etwas zwingen?
  3. Frage: Passt das zur Bibel?
  4. Formuliere den Satz neu.

Mit einem Bild erklärt

SatzEinschätzung
„Gott muss meinen Wunsch erfüllen.“macht Gott verfügbar
„Ich bitte Gott um Hilfe.“Bitte, lässt Gott frei
„Gottes Wille soll geschehen.“vertraut Gott

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was bedeutet Unverfügbarkeit Gottes?
Zeig mir den ersten Schritt

Verfügen heißt: über etwas bestimmen.

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Lösung: Man kann Gott nicht festlegen, besitzen oder herbeizwingen.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was sagt das Bilderverbot?
Zeig mir den ersten Schritt

Was geschieht, wenn ein Bild Gott festlegt?

Lösung ansehen

Lösung: Man soll sich kein festes Bild von Gott machen.

Tipp: Unterscheide: Nähe Gottes und Verfügbarkeit Gottes. Das sind verschiedene Dinge.

Merksatz: Unverfügbar: Gott lässt sich nicht festlegen oder herbeizwingen, bleibt aber nah.

Typischer Fehler: Man denkt, ein unverfügbarer Gott sei ein ferner Gott. Die Bibel sagt: Er ist nah und doch frei.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was geschieht am Ende des Buches Hiob?
Lösung ansehen

Lösung: Gott spricht, erklärt das Leid aber nicht und verweist auf seine Größe.

Frage 2 Beten funktioniert nach der Bibel wie ein Automat.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 3 Was sagt Jesus in Gethsemane (Markus 14,36) sinngemäß?
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Lösung: Es soll Gottes Wille geschehen, nicht sein eigener.

Frage 4 Warum bedeutet unverfügbar nicht, dass Gott fern ist?
Lösung ansehen

Lösung: Nach der Bibel ist er nah, aber nicht beherrschbar.

Geschafft

Nach der Bibel lässt sich Gott nicht verfügbar machen: weder durch Bilder noch durch Beten oder Leistung. Zugleich bleibt er nah. Beten heißt, alles vorzubringen und Gott frei zu lassen.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Gott infrage gestellt

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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