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Politik und Wirtschaft

Flucht und Asyl: Rechte und Verfahren

Wer verfolgt wird, hat Anspruch auf Schutz. Das Grundgesetz und die Genfer Flüchtlingskonvention regeln, wer Schutz bekommt und wie das Verfahren abläuft.

  • ca. 13 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich erkläre die Genfer Flüchtlingskonvention und Artikel 16a des Grundgesetzes.
  • Ich beschreibe den Ablauf eines Asylverfahrens.
  • Ich unterscheide Schutzformen.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die freiheitlich-demokratische Grundordnung

Nicht jede Person, die ihr Land verlässt, ist ein Flüchtling im rechtlichen Sinn. Die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 beschreibt, wer als Flüchtling gilt: Wer wegen seiner Herkunft, Religion, Staatsangehörigkeit, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung verfolgt wird und deshalb Schutz im Ausland sucht. Ein wichtiger Grundsatz ist das Verbot der Zurückweisung: Niemand darf in ein Land zurückgeschickt werden, in dem ihm Gefahr droht.

Das Grundgesetz sagt in Artikel 16a: Politisch Verfolgte genießen Asylrecht. Es gibt dazu Regeln. Wer zum Beispiel aus einem EU-Staat oder einem sicheren Drittstaat einreist, kann sich nicht auf dieses Grundrecht berufen. Ein sicherer Drittstaat ist ein Land, in dem Geflüchtete als sicher gelten.

Das Verfahren in Deutschland läuft grob so ab: Die Person meldet sich und wird registriert. Sie stellt einen Asylantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Dort gibt es eine persönliche Anhörung. Das Bundesamt entscheidet. Gegen die Entscheidung kann man vor dem Verwaltungsgericht klagen. Welcher Staat in der EU für das Verfahren zuständig ist, regeln gemeinsame EU-Regeln.

Es gibt verschiedene Schutzformen. Asylberechtigung gilt für politisch Verfolgte nach Artikel 16a. Flüchtlingsschutz folgt der Genfer Flüchtlingskonvention. Subsidiärer Schutz gilt, wenn ernsthafter Schaden droht, zum Beispiel durch Krieg, ohne dass es Verfolgung im engeren Sinn ist. Daneben gibt es Abschiebungsverbote in besonderen Fällen.

Wer keinen Schutz erhält, muss grundsätzlich ausreisen. Die Prüfung erfolgt für jeden Einzelfall.

Ablauf eines Asylverfahrens.
SchrittWas passiert?
1 AnkunftMeldung und Registrierung
2 AsylantragAntrag beim Bundesamt
3 AnhörungDie Person schildert ihre Gründe
4 EntscheidungAnerkennung oder Ablehnung
5 Klage möglichVerwaltungsgericht prüft

Eine Schutzform erkennen

  1. Fall: Eine Person wird wegen ihrer politischen Überzeugung verfolgt.
  2. Frage: Fällt das unter die Genfer Flüchtlingskonvention? Ja, politische Überzeugung gehört dazu.
  3. Frage: Fällt es unter Artikel 16a? Möglich, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.
  4. Ergebnis: Die Behörde prüft den Einzelfall.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Wer verfolgt wird, kann Schutz suchen.

Eine Behörde prüft jeden Fall.

Gegen die Entscheidung kann man klagen.

Ein Beispiel

Beispiel

Ein Antrag in der Schule wird geprüft: Es gibt Regeln, einen Termin und eine Entscheidung. Wer nicht einverstanden ist, kann Einspruch einlegen. Ähnlich läuft das Asylverfahren, nur viel strenger geregelt.

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt: das Asylverfahren verstehen

  1. Registrierung
  2. Antrag beim Bundesamt
  3. Anhörung
  4. Entscheidung und mögliche Klage

Mit einem Bild erklärt

SchutzformGrundlage
AsylberechtigungArtikel 16a Grundgesetz
FlüchtlingsschutzGenfer Flüchtlingskonvention
Subsidiärer Schutzernsthafter Schaden, zum Beispiel durch Krieg

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Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Was besagt das Verbot der Zurückweisung?
Zeig mir den ersten Schritt

Lies den Satz zum Verbot der Zurückweisung im Text.

Lösung ansehen

Lösung: Niemand darf in ein Land zurückgeschickt werden, in dem ihm Gefahr droht.

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Wo wird ein Asylantrag in Deutschland gestellt?
Zeig mir den ersten Schritt

Welche Behörde trägt Migration und Flüchtlinge im Namen?

Lösung ansehen

Lösung: Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Tipp: Unterscheide: Wer will einreisen? Wer wird verfolgt? Wer entscheidet im Verfahren?

Merksatz: Schutz bei Verfolgung: Genfer Flüchtlingskonvention und Artikel 16a GG. Verbot der Zurückweisung. Entscheidung im Einzelfall.

Typischer Fehler: Viele halten „Flüchtling“ und „Asylberechtigter“ für dasselbe. Es gibt mehrere Schutzformen mit eigenen Voraussetzungen.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Artikel 16a des Grundgesetzes gilt für alle Menschen, die einen Antrag stellen, ohne Bedingungen.
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Lösung: Stimmt nicht

Frage 2 Was ist subsidiärer Schutz?
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Lösung: Schutz bei ernsthaftem Schaden, zum Beispiel durch Krieg

Frage 3 Wer kann gegen eine Entscheidung des Bundesamtes klagen?
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Lösung: Die betroffene Person vor dem Verwaltungsgericht

Frage 4 Welcher Grund gehört zur Flüchtlingsdefinition der Genfer Flüchtlingskonvention?
Lösung ansehen

Lösung: Verfolgung wegen der politischen Überzeugung

Geschafft

Asyl und Flüchtlingsschutz beruhen auf dem Grundgesetz und der Genfer Flüchtlingskonvention. Jeder Fall wird einzeln geprüft.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Menschenrechte und Migration

Kurz erklärt, 41 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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