Verbrechen an der Zivilbevölkerung
Im Krieg traf Gewalt oft Menschen, die nicht kämpften. Das Völkerrecht verbietet Angriffe auf Zivilpersonen, doch sie geschahen trotzdem.
Das lernst du heute
- Ich erkläre, was Verbrechen an der Zivilbevölkerung sind.
- Ich beschreibe Beispiele aus der deutschen Besatzung.
- Ich unterscheide Täter, Opfer und das Völkerrecht.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Vernichtungskrieg im Osten
Zivilpersonen sind Menschen, die nicht kämpfen. Das Völkerrecht sind Regeln zwischen den Staaten. Seit 1907 schützte die Haager Landkriegsordnung Zivilpersonen. Wer sie angreift, begeht ein Kriegsverbrechen.
Das Deutsche Reich brach diese Regeln. Nach dem Überfall auf Polen 1939 erschossen deutsche Einheiten viele Lehrer, Priester und Politiker. In besetzten Gebieten nahm man Geiseln. Für Angriffe auf Besatzer wurden Unschuldige getötet. Man nannte das „Vergeltung“. Es war Mord.
Ein Beispiel ist das Dorf Oradour-sur-Glane in Frankreich. Am 10. Juni 1944 töteten Soldaten einer SS-Division dort 642 Menschen: Frauen, Männer und Kinder. Das Dorf wurde zerstört. Es ist heute ein Gedenkort.
Auch der Luftkrieg traf Zivilpersonen. Das Deutsche Reich bombardierte 1940 Städte wie Rotterdam. Später bombardierten die Alliierten viele deutsche Städte. Auch dort starben Hunderttausende Zivilpersonen. Man darf Leid nicht gegeneinander aufrechnen. Man muss aber fragen: Wer hat den Krieg begonnen, und wer brach das Völkerrecht?
| Verbrechen | Beispiel |
|---|---|
| Erschießung von Führungsschichten | Polen 1939 |
| Geiselnahmen und „Vergeltung“ | Besetzte Gebiete in Europa |
| Zerstörung eines Dorfes | Oradour-sur-Glane, 10.6.1944 |
Ein Ereignis beurteilen
- Wir lesen das Ereignis.
- Wir fragen: Wer wurde getroffen? Zivilpersonen.
- Wir fragen: Welche Regel wurde gebrochen? Das Völkerrecht.
- Wir halten fest: Es war ein Kriegsverbrechen.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Zivilpersonen kämpfen nicht.
Sie dürfen nicht angegriffen werden.
Oft passierte es trotzdem.
Ein Beispiel
Ein ausgedachtes Beispiel: Auf einem Weg wird eine Brücke gesprengt. Als „Vergeltung“ werden Menschen aus dem nächsten Dorf getötet. Das ist ein Verbrechen.
Schritt für Schritt
Wir beurteilen eine Tat
- Wir beschreiben, was geschah.
- Wir nennen die Betroffenen.
- Wir nennen die Regel, die gebrochen wurde.
- Wir fassen zusammen: Es war ein Kriegsverbrechen.
Mit einem Bild erklärt
| Frage | Beispiel Oradour |
|---|---|
| Wer wurde getroffen? | Zivilpersonen, auch Kinder |
| Wie viele starben? | 642 Menschen |
| Wann? | 10. Juni 1944 |
Zur Grundlage zurück
- Vernichtungskrieg im Osten – Du kennst den Vernichtungskrieg im Osten.
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Denke an Menschen im Alltag.
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Lösung: Menschen, die nicht kämpfen
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Wie viele Menschen töteten SS-Soldaten am 10. Juni 1944 in Oradour-sur-Glane?
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Die Zahl liegt zwischen 600 und 700.
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Lösung: 642
Tipp: Frage bei jedem Ereignis: Waren die Betroffenen Zivilpersonen? Dann ist ein gezielter Angriff auf sie ein Verbrechen.
Merksatz: Das Völkerrecht schützt Zivilpersonen im Krieg. Verbrechen an ihnen sind Kriegsverbrechen, auch wenn sie „Vergeltung“ genannt werden.
Typischer Fehler: Viele halten solche Taten für „Kriegsschäden“. Gezielte Angriffe auf Zivilpersonen sind Verbrechen.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Regeln, die auch Zivilpersonen im Krieg schützen
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Man rechnet Leid nicht gegeneinander auf.
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Lösung: Ein Gedenkort
Geschafft
Das Deutsche Reich beging im Krieg Verbrechen an der Zivilbevölkerung. Zivilpersonen litten auf allen Seiten, doch man darf Leid nicht aufrechnen.
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