Neuanfang mit Millionen Vertriebenen
Die Vertriebenen mussten sich nach 1945 ein neues Leben aufbauen. Sie veränderten die Gesellschaft in Ost und West.
Das lernst du heute
- Ich beschreibe die Aufnahme der Vertriebenen in beiden Teilen Deutschlands.
- Ich erkläre Lastenausgleich und Charta der Heimatvertriebenen.
- Ich beurteile Folgen für die Betroffenen und die Gesellschaft.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Flucht und Vertreibung in Europa
Nach 1945 kamen Millionen Vertriebene in die Besatzungszonen. Etwa 8 Millionen lebten bis 1950 in den westlichen Zonen und der Bundesrepublik, etwa 4 Millionen in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Viele Städte waren zerstört. Es fehlten Wohnungen, Nahrung und Arbeit.
Viele Vertriebene lebten zuerst in Baracken, Lagern oder bei fremden Familien. Manche Einheimische waren hilfsbereit. Andere hatten Vorbehalte. Sie sahen die Neuankömmlinge als zusätzliche Last. Die Vertriebenen waren oft arm, weil sie ihren Besitz verloren hatten.
Am 5. August 1950 verabschiedeten Vertriebenenverbände in Stuttgart die Charta der deutschen Heimatvertriebenen. Darin verzichteten sie auf Rache und Vergeltung. 1952 beschloss der Bundestag den Lastenausgleich. Das war eine Hilfe: Wer viel besaß und im Krieg wenig verlor, zahlte eine Abgabe. Wer alles verloren hatte, bekam Unterstützung.
Die Vertriebenen halfen beim Wiederaufbau. Sie brachten Wissen, Handwerk und Arbeitskraft mit. Auch in Nordrhein-Westfalen fanden viele ein neues Zuhause. Die Gesellschaft wurde vielfältiger, auch bei Dialekten, Konfessionen (katholisch, evangelisch) und Bräuchen.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1945–1950 | Etwa 8 Millionen im Westen, etwa 4 Millionen im Osten |
| 1950 | Charta der deutschen Heimatvertriebenen |
| 1952 | Lastenausgleich |
Folgen beurteilen
- Wir nennen die Folgen für die Betroffenen: Verlust und Neuanfang.
- Wir nennen die Folgen für die Gesellschaft: Mehr Menschen, mehr Vielfalt.
- Wir wägen ab: Hilfe und Spannungen gehörten zusammen.
- Wir formulieren ein Urteil mit Begründung.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Die Vertriebenen brauchten Wohnungen und Arbeit.
Es gab Hilfe und Streit.
Die Gesellschaft wurde vielfältiger.
Ein Beispiel
Ein ausgedachtes Beispiel: Eine Familie wird 1946 in zwei Zimmern bei einer anderen Familie untergebracht. Beide teilen sich Küche und Bad. Das führt zu Hilfe und zu Streit.
Schritt für Schritt
Wir wägen ab
- Wir sammeln Argumente für eine gelungene Aufnahme.
- Wir sammeln Argumente für Schwierigkeiten.
- Wir vergleichen.
- Wir schreiben ein begründetes Urteil.
Mit einem Bild erklärt
| Für | Gegen |
|---|---|
| Lastenausgleich, Arbeit, Wiederaufbau | Wohnungsnot, Armut, Vorbehalte |
Zur Grundlage zurück
- Flucht und Vertreibung in Europa – Du kennst Flucht und Vertreibung.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Die Zahl liegt im Millionenbereich.
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Lösung: Etwa 8 Millionen
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
In welchem Jahr beschloss der Bundestag den Lastenausgleich?
Zeig mir den ersten Schritt
Es war zwei Jahre nach der Charta der Heimatvertriebenen.
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Lösung: 1952
Tipp: Für ein Urteil nennst du zuerst die Fakten, dann Pro und Kontra, am Ende eine begründete Aussage.
Merksatz: Die Aufnahme von Millionen Vertriebenen war schwer und gelang nach und nach. Hilfen wie der Lastenausgleich und die Arbeit der Menschen trugen dazu bei.
Typischer Fehler: Viele denken, die Aufnahme sei leicht gewesen. Es gab Hilfe, aber auch Not und Streit um Wohnraum.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Wer Besitz behalten hatte, zahlte. Wer alles verloren hatte, bekam Hilfe.
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Wohnungen, Nahrung und Arbeit
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Die Aufnahme war schwer, gelang aber auch durch Hilfen und Arbeit.
Geschafft
Rund 12 Millionen Vertriebene kamen in die beiden Teile Deutschlands. Hilfen und eigene Arbeit halfen bei der Eingliederung. Die Gesellschaft veränderte sich.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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