Mauerbau 1961 und Entspannungspolitik
Am 13. August 1961 schloss die DDR die Grenze nach West-Berlin. Später versuchte die Bundesrepublik, durch Gespräche Erleichterungen zu erreichen.
Das lernst du heute
- Ich erkläre, warum die Mauer gebaut wurde.
- Ich beschreibe die Folgen für die Menschen.
- Ich nenne Schritte der Entspannungspolitik zwischen den deutschen Staaten.
- Ich beurteile die Spielräume beider Regierungen in der deutschen Frage.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Leben in der DDR: Diktatur und Alltag
Viele Menschen verließen die DDR. Von 1949 bis 1961 gingen etwa 2,7 Millionen Menschen in den Westen, viele über Berlin. Der DDR fehlten dadurch Fachkräfte. In der Nacht zum 13. August 1961 riegelte die DDR die Grenze nach West-Berlin ab. Später entstand eine Mauer. Auch die übrige Grenze zwischen beiden deutschen Staaten wurde stark gesichert.
Familien und Freunde waren plötzlich getrennt. Grenzsoldaten sollten jede Flucht verhindern, auch mit der Schusswaffe. Mindestens 140 Menschen starben nach heutigem Forschungsstand an der Berliner Mauer. Die Westmächte protestierten, griffen aber nicht ein. Daran sah man: Die Teilung war nicht mit Gewalt zu ändern.
Die Bundesrepublik suchte darum einen anderen Weg. Unter Kanzler Willy Brandt begann 1969 die Neue Ostpolitik. Ziel war Wandel durch Annäherung: Gespräche und Verträge sollten das Leben der Menschen erleichtern. 1970 schloss die Bundesrepublik Verträge mit der Sowjetunion und mit Polen. Darin verzichtete sie auf Gewalt und erkannte die bestehenden Grenzen als unverletzlich an. 1971 regelte das Viermächteabkommen die Lage in Berlin.
Am 21. Dezember 1972 unterzeichneten beide deutsche Staaten den Grundlagenvertrag. Sie erkannten sich als gleichberechtigt an und nahmen Beziehungen auf. Die Bundesrepublik sah die DDR aber nicht als Ausland an. 1973 wurden beide Mitglieder der Vereinten Nationen. Besuche wurden etwas leichter. Die Teilung blieb aber bestehen.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 13.8.1961 | Abriegelung der Grenze, Mauerbau |
| 1969 | Beginn der Neuen Ostpolitik |
| 1970 | Verträge mit der Sowjetunion und Polen |
| 21.12.1972 | Grundlagenvertrag |
| 1973 | Aufnahme beider Staaten in die UN |
Ursache und Folge verbinden
- Wir nennen den Grund: Viele Menschen verließen die DDR.
- Wir nennen die Folge: Mauerbau.
- Wir nennen die Reaktion der Bundesrepublik: Neue Ostpolitik.
- Wir nennen das Ergebnis: Grundlagenvertrag.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Viele verlassen die DDR.
Die DDR baut die Mauer.
Der Westen sucht Gespräche.
Ein Beispiel
Wenn jemand eine Tür abschließt, hilft kein Schlagen. Man redet, damit sie zumindest manchmal aufgeht.
Schritt für Schritt
Wir ordnen Ursache und Folge
- Wir nennen die Ursache des Mauerbaus.
- Wir nennen die Wirkung für die Menschen.
- Wir nennen die Reaktion der Bundesrepublik.
- Wir nennen den Grundlagenvertrag.
Mit einem Bild erklärt
| Ursache | Folge |
|---|---|
| Viele Menschen verlassen die DDR | Mauerbau 1961 |
| Teilung bleibt | Neue Ostpolitik |
| Gespräche | Grundlagenvertrag 1972 |
Zur Grundlage zurück
- Leben in der DDR: Diktatur und Alltag – Du kennst das Leben in der DDR.
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Zeig mir den ersten Schritt
Es war im August.
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Lösung: In der Nacht zum 13. August 1961
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
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Denke an die Zahl der Menschen.
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Lösung: Viele Menschen verließen die DDR.
Auch die DDR änderte ihren Kurs. Erich Honecker führte die SED ab 1971. Unter ihm setzte die DDR auf Abgrenzung von der Bundesrepublik. Sie sprach jetzt von einer eigenen „sozialistischen Nation“. 1974 strich sie die Hinweise auf die deutsche Nation aus ihrer Verfassung.
Die Bundesrepublik hielt am Ziel der Einheit fest. Mit der Neuen Ostpolitik gab sie aber die Hallstein-Doktrin auf. Nach diesem Grundsatz hatte die Bundesrepublik Staaten gedroht, die die DDR anerkannten. Damit änderte sich die Frage: Was konnten die Regierungen in Bonn und Ost-Berlin überhaupt erreichen? Die Tabelle ordnet Ziel, Möglichkeit und Grenze.
| Bonn (Bundesrepublik) | Ost-Berlin (DDR) | |
|---|---|---|
| Ziel | Einheit in Freiheit, bis dahin Erleichterungen für die Menschen | Anerkennung als eigener Staat, Sicherung der SED-Herrschaft |
| Möglichkeit | Westbindung, später Gespräche und Verträge | Grenze schließen, Abgrenzung, Verträge zu eigenen Bedingungen |
| Grenze | Keine Gewalt möglich, Rücksicht auf die Westmächte | Abhängig von der Sowjetunion, Flucht der eigenen Bevölkerung |
Jetzt du: Welche Spielräume hatten Bonn und Ost-Berlin?
Jetzt probierst du es allein.
Zeig mir den ersten Schritt
Schau in die Zeile „Grenze“ der Tabelle.
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Lösung: Sie konnte die Mauer nicht mit Gewalt beseitigen, ohne einen Krieg zu riskieren.
Zeig mir den ersten Schritt
Lies die Spalte „Ost-Berlin“.
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Lösung: Sie konnte zum Beispiel über die Abgrenzung entscheiden, war aber von der Sowjetunion abhängig.
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an das Ziel der Neuen Ostpolitik.
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Lösung: Sie stand Gesprächen und Verträgen mit den Staaten im Osten im Weg.
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Ein Urteil nennt Möglichkeit und Grenze.
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Lösung: Beide Regierungen hatten Spielräume im Kleinen, etwa bei Verträgen und Besuchsregeln. Über die Einheit entschieden sie nicht allein.
Tipp: Ursache – Handlung – Folge: So ordnest du Ereignisse.
Merksatz: 1961 baute die DDR eine Mauer, weil viele Menschen die DDR verließen. Die Bundesrepublik versuchte danach mit Gesprächen, das Leben der Menschen zu erleichtern.
Typischer Fehler: Viele denken, die Entspannungspolitik habe die Teilung beendet. Sie machte sie erträglicher, ohne sie aufzuheben.
Mini-Quiz
5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Gespräche und Verträge sollten Erleichterungen bringen.
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Beide deutsche Staaten wurden Mitglied der UN.
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Lösung: Stimmt nicht
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Lösung: Willy Brandt
Geschafft
Die Mauer trennte Familien. Die Neue Ostpolitik führte zum Grundlagenvertrag.
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