Gorbatschow: Glasnost und Perestroika
Ab 1985 wollte der sowjetische Parteichef Gorbatschow sein Land mit Offenheit und Umbau erneuern. Diese Politik veränderte ganz Europa.
Das lernst du heute
- Ich erkläre die Wörter Glasnost und Perestroika.
- Ich nenne Gründe für die Reformen in der Sowjetunion.
- Ich beschreibe, welche Folgen der Kurswechsel für den Ostblock hatte.
1985 wurde Michail Gorbatschow Generalsekretär der KPdSU. Das war die Partei, die in der Sowjetunion allein regierte. Das Land steckte in einer tiefen Krise. In den Läden fehlten oft Waren, viele Fabriken waren veraltet. Das Wettrüsten mit den USA kostete sehr viel Geld. Auch der Krieg in Afghanistan, der seit 1979 dauerte, band Soldaten und Mittel.
Gorbatschow wollte das System nicht abschaffen, sondern retten. Dafür brauchte er Reformen. Zwei Wörter wurden berühmt. Glasnost heißt „Offenheit“: Probleme dürfen öffentlich genannt werden, und Zeitungen dürfen mehr schreiben. Perestroika heißt „Umbau“: Die Wirtschaft soll besser arbeiten, und Betriebe sollen mehr selbst entscheiden.
Auch in der Außenpolitik änderte sich viel. 1987 vereinbarten die USA und die Sowjetunion, eine ganze Gruppe von Mittelstreckenraketen abzubauen. 1989 zog die Sowjetunion ihre Truppen aus Afghanistan ab. Und sie zeigte den Staaten des Ostblocks: Wir greifen nicht mehr mit Waffen ein, wenn ihr euren Weg ändert. 1968 war das anders gewesen. Damals beendeten Truppen des Warschauer Pakts den „Prager Frühling“ mit Gewalt.
Die Reformen hatten Folgen, die Gorbatschow nicht geplant hatte. Offenheit machte die Unzufriedenheit sichtbar. Viele Völker in der Sowjetunion wollten mehr Selbstbestimmung. Für Deutschland war wichtig: Ohne den Kurswechsel in Moskau wäre der Wandel 1989 kaum friedlich verlaufen.
| Bereich | Vor 1985 | Unter Gorbatschow |
|---|---|---|
| Presse und Meinung | Streng kontrolliert | Mehr Offenheit (Glasnost) |
| Wirtschaft | Der Staat plant fast alles | Betriebe sollen mehr selbst entscheiden (Perestroika) |
| Ostblock | 1968: Eingreifen mit Truppen | Ab 1989: kein Eingreifen mit Waffen mehr |
Glasnost und Perestroika unterscheiden
- Wir lesen das Wort: Glasnost heißt Offenheit.
- Wir fragen: Geht es um Reden und Zeitungen oder um die Wirtschaft?
- Offenheit gehört zu Glasnost, der Umbau der Wirtschaft zu Perestroika.
- Beispiel: Eine Zeitung berichtet über Missstände. Das ist Glasnost.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Die Sowjetunion hatte große Probleme.
Gorbatschow wollte sie lösen.
Er ließ mehr Offenheit zu.
Dadurch änderte sich auch der Ostblock.
Ein Beispiel
Stell dir einen Verein vor, in dem der Vorstand alles allein bestimmt. Eines Tages lässt er Kritik zu. Bald fordern viele Mitglieder mehr Mitsprache. Der Vorstand wollte nur etwas verbessern. Doch die Lage verändert sich schneller, als er dachte.
Schritt für Schritt
Ursache und Folge ordnen
- Wir sammeln die Probleme: leere Läden, Wettrüsten, Krieg in Afghanistan.
- Wir nennen die Antwort: Glasnost und Perestroika.
- Wir fragen: Was änderte sich im Ostblock?
- Wir halten fest: Die Sowjetunion griff nicht mehr mit Waffen ein.
Mit einem Bild erklärt
| Ursache | Maßnahme | Folge |
|---|---|---|
| Wirtschaftskrise, hohe Rüstungskosten | Glasnost und Perestroika | Mehr Offenheit, mehr Kritik |
| Streben nach Entspannung | Abbau von Raketen 1987 | Weniger Spannung zwischen Ost und West |
| Reformkurs auch nach außen | Kein Eingreifen mit Waffen mehr | Reformbewegungen können sich durchsetzen |
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Lösung: Offenheit
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Tipp: Merke dir die Wörter über ihre Bedeutung: Glasnost = Offenheit, Perestroika = Umbau.
Merksatz: Gorbatschow wollte die Sowjetunion durch Offenheit (Glasnost) und Umbau (Perestroika) erneuern. Außerdem ließ Moskau den Staaten des Ostblocks ab 1989 freie Hand.
Typischer Fehler: Viele denken, Gorbatschow wollte die Sowjetunion auflösen. Er wollte sie reformieren. Die Folgen gingen weiter, als er geplant hatte.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: 1985
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Lösung: Umbau von Wirtschaft und Staat
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Die Wirtschaft steckte in einer tiefen Krise.
Geschafft
Gorbatschow setzte ab 1985 auf Offenheit und Umbau. Die Sowjetunion griff nicht mehr mit Gewalt in den Ostblock ein. Das machte den Wandel von 1989 möglich.
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