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Geschichte

Erinnern: Gedenkstätten, Gedenktage, Stolpersteine

Erinnerung an den Nationalsozialismus zeigt sich in Orten, Tagen und Zeichen. Wie sie entstand, ist selbst ein Stück Geschichte.

  • ca. 11 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich nenne Formen des Erinnerns.
  • Ich vergleiche die Erinnerungskultur in beiden deutschen Staaten.
  • Ich bewerte, wozu kollektive Erinnerung dient.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst eine dieser Lektionen: Erinnern an den Ersten Weltkrieg: Denkmäler und Gedenken, Die NS-Verbrechen vor Gericht

Kollektive Erinnerung heißt: Eine Gesellschaft erinnert sich gemeinsam an wichtige Ereignisse. Das geschieht an Orten, an Tagen und mit Zeichen.

Gedenkstätten sind Orte, an denen Verbrechen geschahen. Dazu gehören ehemalige Konzentrationslager wie Dachau, Buchenwald oder Sachsenhausen. Dort erfährt man, was geschah, und gedenkt der Opfer. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin wurde 2005 eingeweiht. Es besteht aus 2 711 Betonstelen.

Gedenktage erinnern jedes Jahr. Der 27. Januar erinnert an die Befreiung von Auschwitz 1945. In Deutschland ist er seit 1996 Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Am 9. November erinnern viele an die Novemberpogrome von 1938. Der 8. Mai 1945 war das Kriegsende in Europa. 1985 nannte der Bundespräsident ihn in einer Rede einen „Tag der Befreiung“.

Stolpersteine sind kleine Messingplatten von zehn mal zehn Zentimetern. Ein Künstler begann damit in den 1990er-Jahren. Sie liegen im Gehweg vor dem letzten frei gewählten Wohnort einer Person. Auf ihnen stehen Name, Geburtsjahr und Schicksal.

Die Erinnerung war nicht immer gleich. In der Bundesrepublik wurde in den 1950er-Jahren wenig darüber gesprochen. In den 1960er-Jahren fragte die junge Generation nach. Die Fernsehserie „Holocaust“ erreichte 1979 viele Menschen. In der DDR stand der kommunistische Widerstand im Mittelpunkt. Die Verfolgung der Jüdinnen und Juden spielte eine kleinere Rolle. Nach 1990 begann ein gemeinsames Nachdenken in ganz Deutschland.

Formen des Erinnerns.
FormBeispielZweck
OrtKZ-Gedenkstätte, Denkmal in BerlinWissen und Gedenken an Ort und Stelle
Tag27. Januar, 9. November, 8. MaiJährliche Erinnerung
ZeichenStolpersteinNamen und Schicksale sichtbar machen

Formen des Erinnerns vergleichen

  1. Wir sammeln Orte, Tage und Zeichen.
  2. Wir fragen: Wer wird erinnert?
  3. Wir fragen: Was lernen wir daraus für heute?
  4. Wir urteilen: Erinnerung ist nötig, damit sich Unrecht nicht wiederholt.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Wir erinnern an Orten.

Wir erinnern an Tagen.

Wir erinnern mit Zeichen.

Ein Beispiel

Beispiel

Eine Familie bewahrt Briefe und Fotos von Verstorbenen auf, damit sie nicht vergessen werden. Gedenkorte tun etwas Ähnliches, nur für ein ganzes Land.

Schritt für Schritt

Erinnerung ordnen

  1. Wir sammeln Beispiele.
  2. Wir ordnen sie in Ort, Tag oder Zeichen.
  3. Wir fragen: Wer hat sie geschaffen und warum?
  4. Wir halten fest: Alle Formen wollen warnen und erinnern.

Mit einem Bild erklärt

OrtTagZeichen
Gedenkstätte27. JanuarStolperstein
Denkmal in Berlin9. NovemberNamenstafel

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Woran erinnert der 27. Januar?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an ein Lager.

Lösung ansehen

Lösung: An die Befreiung von Auschwitz 1945

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was ist ein Stolperstein?
Lösung ansehen

Lösung: Eine kleine Messingplatte im Gehweg zur Erinnerung an eine Person

Tipp: Frage bei jedem Gedenken: Wer wird erinnert, wer erinnert, und was soll daraus folgen?

Merksatz: Erinnerung braucht Orte, Tage und Zeichen. Sie war in West und Ost unterschiedlich und wurde nach 1990 gemeinsam diskutiert.

Typischer Fehler: Viele denken, Erinnerung sei nur Gefühl. Sie beruht auf Wissen und Verantwortung, damit sich Unrecht nicht wiederholt.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Der 9. November erinnert nur an den Mauerfall.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Frage 2 Was war in der DDR ein Schwerpunkt der Erinnerung?
Lösung ansehen

Lösung: Der kommunistische Widerstand

Frage 3 Was ist kollektive Erinnerung?
Lösung ansehen

Lösung: Eine Gesellschaft erinnert sich gemeinsam an Ereignisse.

Frage 4 Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas steht in Berlin.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 5 Was erreichte die Fernsehserie „Holocaust“ 1979?
Lösung ansehen

Lösung: Sie erreichte viele Menschen und löste Gespräche aus.

Geschafft

Gedenkstätten, Gedenktage und Stolpersteine halten die Erinnerung an die Opfer wach. In Ost und West entwickelte sie sich verschieden.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Aussöhnung, Europa und Erinnerung

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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