Aussöhnung mit Frankreich, Polen und Israel
Nach dem Zweiten Weltkrieg und den NS-Verbrechen musste Vertrauen neu entstehen. Das gelang Schritt für Schritt mit Verträgen, Gesten und Begegnungen.
Das lernst du heute
- Ich nenne wichtige Schritte der Aussöhnung mit Frankreich, Polen und Israel.
- Ich erkläre, warum diese Aussöhnung nach 1945 nötig war.
- Ich vergleiche den Weg der Bundesrepublik mit dem der DDR.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die Pariser Friedensverträge und die Neuordnung Europas
Der Zweite Weltkrieg und die Verbrechen des Nationalsozialismus hatten Europa zerstört. Deutschland hatte Frankreich und Polen überfallen und besetzt. Es hatte etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden aus ganz Europa ermordet. Nach 1945 stellte sich die Frage: Wie kann wieder Vertrauen entstehen? Aussöhnung heißt, nach Gewalt und Unrecht wieder friedlich und respektvoll miteinander umzugehen.
Frankreich: Frankreich und Deutschland hatten zwischen 1870 und 1945 drei Kriege gegeneinander geführt. Nach 1945 wurden sie Partner. Am 22. Januar 1963 unterzeichneten sie den Élysée-Vertrag. Er regelte regelmäßige Treffen der Regierungen. Im selben Jahr entstand das Deutsch-Französische Jugendwerk. Es organisiert bis heute Austausch für junge Menschen.
Polen: Das Verhältnis zu Polen war schwerer. Polen hatte unter der deutschen Besatzung besonders gelitten. 1965 schrieben die polnischen Bischöfe den deutschen Bischöfen: „Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung.“ Im Dezember 1970 schloss die Bundesrepublik den Warschauer Vertrag. Beim Besuch in Warschau kniete Bundeskanzler Willy Brandt vor dem Denkmal für den Aufstand im Warschauer Ghetto nieder. Diese Geste zeigte Demut. 1990 erkannte das vereinte Deutschland die Grenze zu Polen vertraglich an.
Israel: 1952 schlossen die Bundesrepublik und Israel das Luxemburger Abkommen. Die Bundesrepublik zahlte Entschädigung, damals „Wiedergutmachung“ genannt. 1965 nahmen beide Staaten diplomatische Beziehungen auf. Die DDR hatte keine solchen Beziehungen zu Israel. Im April 1990 erklärte die erste frei gewählte Volkskammer, dass auch die DDR Verantwortung trage.
| Land | Schritt | Jahr |
|---|---|---|
| Frankreich | Élysée-Vertrag, Jugendwerk | 1963 |
| Polen | Brief der Bischöfe, Warschauer Vertrag, Kniefall | 1965, 1970 |
| Israel | Luxemburger Abkommen, diplomatische Beziehungen | 1952, 1965 |
| Polen | Vertrag über die Grenze | 1990 |
Eine Geste bewerten
- Wir lesen: Willy Brandt kniet 1970 in Warschau.
- Wir fragen: Was will er damit zeigen?
- Wir erkennen: Eine Geste kann Verantwortung zeigen, auch ohne Worte.
- Wir urteilen: Verträge und Gesten ergänzen sich.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Deutschland hatte schweres Unrecht begangen.
Nach 1945 suchte man den Frieden.
Verträge, Gesten und Austausch halfen dabei.
Ein Beispiel
Wenn zwei Menschen lange streiten, hilft ein Brief oder ein Besuch. Mit der Zeit wächst Vertrauen. Bei Staaten ist es ähnlich, aber es dauert länger.
Schritt für Schritt
Die Schritte vergleichen
- Wir wählen ein Land, zum Beispiel Frankreich.
- Wir nennen den Vertrag und die Gesten.
- Wir wählen ein zweites Land und vergleichen.
- Wir halten Unterschiede fest: Bei Polen war der Weg schwerer.
Mit einem Bild erklärt
| Land | Besonderheit |
|---|---|
| Frankreich | Partner in der europäischen Zusammenarbeit |
| Polen | Besonders schwerer Neuanfang nach der Besatzung |
| Israel | Wiedergutmachung und diplomatische Beziehungen nach dem Holocaust |
Zur Grundlage zurück
- Die Pariser Friedensverträge und die Neuordnung Europas – Du kennst die Friedensschlüsse nach dem Ersten Weltkrieg.
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Zeig mir den ersten Schritt
Denke an die 1960er-Jahre.
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Lösung: 1963
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
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Lösung: Demut gegenüber den Opfern
Tipp: Unterscheide: Verträge regeln Rechte, Gesten und Begegnungen schaffen Vertrauen.
Merksatz: Aussöhnung entstand durch Verträge, Entschädigungen, Gesten und Begegnungen junger Menschen. Sie brauchte viel Zeit.
Typischer Fehler: Viele denken, mit dem Kriegsende 1945 sei sofort alles gut gewesen. Vertrauen musste über Jahrzehnte wachsen.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
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Lösung: Wiedergutmachung der Bundesrepublik an Israel
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Nach Unrecht wieder friedlich und respektvoll miteinander umgehen
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Lösung: Stimmt
Geschafft
Nach 1945 näherten sich Deutschland und seine Nachbarn Schritt für Schritt an. Frankreich, Polen und Israel waren drei wichtige Beispiele.
Kannst du das schon?
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