DYS+ Campus ist kostenlos und ohne Werbung. Projekt mit einer Spende unterstützen

Geschichte

Aussöhnung mit Frankreich, Polen und Israel

Nach dem Zweiten Weltkrieg und den NS-Verbrechen musste Vertrauen neu entstehen. Das gelang Schritt für Schritt mit Verträgen, Gesten und Begegnungen.

  • ca. 12 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Basis

Das lernst du heute

  • Ich nenne wichtige Schritte der Aussöhnung mit Frankreich, Polen und Israel.
  • Ich erkläre, warum diese Aussöhnung nach 1945 nötig war.
  • Ich vergleiche den Weg der Bundesrepublik mit dem der DDR.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die Pariser Friedensverträge und die Neuordnung Europas

Der Zweite Weltkrieg und die Verbrechen des Nationalsozialismus hatten Europa zerstört. Deutschland hatte Frankreich und Polen überfallen und besetzt. Es hatte etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden aus ganz Europa ermordet. Nach 1945 stellte sich die Frage: Wie kann wieder Vertrauen entstehen? Aussöhnung heißt, nach Gewalt und Unrecht wieder friedlich und respektvoll miteinander umzugehen.

Frankreich: Frankreich und Deutschland hatten zwischen 1870 und 1945 drei Kriege gegeneinander geführt. Nach 1945 wurden sie Partner. Am 22. Januar 1963 unterzeichneten sie den Élysée-Vertrag. Er regelte regelmäßige Treffen der Regierungen. Im selben Jahr entstand das Deutsch-Französische Jugendwerk. Es organisiert bis heute Austausch für junge Menschen.

Polen: Das Verhältnis zu Polen war schwerer. Polen hatte unter der deutschen Besatzung besonders gelitten. 1965 schrieben die polnischen Bischöfe den deutschen Bischöfen: „Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung.“ Im Dezember 1970 schloss die Bundesrepublik den Warschauer Vertrag. Beim Besuch in Warschau kniete Bundeskanzler Willy Brandt vor dem Denkmal für den Aufstand im Warschauer Ghetto nieder. Diese Geste zeigte Demut. 1990 erkannte das vereinte Deutschland die Grenze zu Polen vertraglich an.

Israel: 1952 schlossen die Bundesrepublik und Israel das Luxemburger Abkommen. Die Bundesrepublik zahlte Entschädigung, damals „Wiedergutmachung“ genannt. 1965 nahmen beide Staaten diplomatische Beziehungen auf. Die DDR hatte keine solchen Beziehungen zu Israel. Im April 1990 erklärte die erste frei gewählte Volkskammer, dass auch die DDR Verantwortung trage.

Schritte der Aussöhnung.
LandSchrittJahr
FrankreichÉlysée-Vertrag, Jugendwerk1963
PolenBrief der Bischöfe, Warschauer Vertrag, Kniefall1965, 1970
IsraelLuxemburger Abkommen, diplomatische Beziehungen1952, 1965
PolenVertrag über die Grenze1990

Eine Geste bewerten

  1. Wir lesen: Willy Brandt kniet 1970 in Warschau.
  2. Wir fragen: Was will er damit zeigen?
  3. Wir erkennen: Eine Geste kann Verantwortung zeigen, auch ohne Worte.
  4. Wir urteilen: Verträge und Gesten ergänzen sich.

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Deutschland hatte schweres Unrecht begangen.

Nach 1945 suchte man den Frieden.

Verträge, Gesten und Austausch halfen dabei.

Ein Beispiel

Beispiel

Wenn zwei Menschen lange streiten, hilft ein Brief oder ein Besuch. Mit der Zeit wächst Vertrauen. Bei Staaten ist es ähnlich, aber es dauert länger.

Schritt für Schritt

Die Schritte vergleichen

  1. Wir wählen ein Land, zum Beispiel Frankreich.
  2. Wir nennen den Vertrag und die Gesten.
  3. Wir wählen ein zweites Land und vergleichen.
  4. Wir halten Unterschiede fest: Bei Polen war der Weg schwerer.

Mit einem Bild erklärt

LandBesonderheit
FrankreichPartner in der europäischen Zusammenarbeit
PolenBesonders schwerer Neuanfang nach der Besatzung
IsraelWiedergutmachung und diplomatische Beziehungen nach dem Holocaust

Zur Grundlage zurück

Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Wann unterzeichneten Frankreich und Deutschland den Élysée-Vertrag?
Zeig mir den ersten Schritt

Denke an die 1960er-Jahre.

Lösung ansehen

Lösung: 1963

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Was zeigte der Kniefall von Willy Brandt in Warschau?
Lösung ansehen

Lösung: Demut gegenüber den Opfern

Tipp: Unterscheide: Verträge regeln Rechte, Gesten und Begegnungen schaffen Vertrauen.

Merksatz: Aussöhnung entstand durch Verträge, Entschädigungen, Gesten und Begegnungen junger Menschen. Sie brauchte viel Zeit.

Typischer Fehler: Viele denken, mit dem Kriegsende 1945 sei sofort alles gut gewesen. Vertrauen musste über Jahrzehnte wachsen.

Prüfen

Mini-Quiz

4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Was regelte das Luxemburger Abkommen von 1952?
Lösung ansehen

Lösung: Wiedergutmachung der Bundesrepublik an Israel

Frage 2 Die Bundesrepublik und Israel nahmen 1965 diplomatische Beziehungen auf.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 3 Was ist Aussöhnung?
Lösung ansehen

Lösung: Nach Unrecht wieder friedlich und respektvoll miteinander umgehen

Frage 4 Die Grenze zwischen Deutschland und Polen wurde 1990 vertraglich anerkannt.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Geschafft

Nach 1945 näherten sich Deutschland und seine Nachbarn Schritt für Schritt an. Frankreich, Polen und Israel waren drei wichtige Beispiele.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Aussöhnung, Europa und Erinnerung

Kurz erklärt, 43 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

PDF, 411 KB

Übungsheft herunterladen (PDF, 411 KB)

Das Heft ist für alle kostenlos – auch wenn gerade kein Geld dafür da ist. Wer es einrichten kann, unterstützt DYS+ Campus mit einem selbst gewählten Betrag. Freiwillig unterstützen