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Chemie

Thermoplaste, Duroplaste, Elastomere

Kunststoffe verhalten sich bei Wärme verschieden. Das liegt daran, wie die Makromoleküle angeordnet sind.

  • ca. 13 Minuten
  • Klasse 10
  • Niveau: Standard

Das lernst du heute

  • Ich klassifiziere Kunststoffe nach ihrem Temperaturverhalten.
  • Ich erkläre das Verhalten mit dem Aufbau der Makromoleküle.
  • Ich ordne Beispiele richtig zu.

Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Makromoleküle: aus Monomeren werden Polymere

Man teilt Kunststoffe nach dem Verhalten bei Wärme in drei Gruppen. Thermoplaste werden beim Erwärmen weich und beim Abkühlen wieder fest. Man kann sie formen und schweißen. Ihre Makromoleküle liegen als einzelne Fäden nebeneinander. Zwischen den Fäden wirken nur schwache Anziehungskräfte, die Van-der-Waals-Kräfte. Wärme lässt die Fäden gegeneinander gleiten. Duroplaste bleiben auch in der Hitze hart. Ihre Moleküle sind engmaschig vernetzt, also fest miteinander verbunden. Nichts kann gleiten. Bei zu hoher Temperatur zersetzen sie sich. Elastomere sind gummielastisch. Sie lassen sich dehnen und springen zurück. Ihre Moleküle sind weitmaschig vernetzt. Das gelingt zum Beispiel durch Schwefelbrücken beim Gummi. Auch die Anordnung spielt eine Rolle. Liegen die Ketten geordnet und dicht, ist der Kunststoff härter und weniger durchsichtig. Sind sie verknäuelt, ist er weicher und oft klar. Verzweigtes Polyethylen (LDPE) ist weicher als wenig verzweigtes (HDPE), weil sich die verzweigten Ketten schlechter dicht aneinanderlegen.

Drei Gruppen von Kunststoffen.
GruppeAufbauVerhalten bei WärmeBeispiele
ThermoplastFadenmoleküle, nicht vernetztwird weich, wieder formbarPE, PVC, PS, PET
Duroplastengmaschig vernetztbleibt hart, zersetzt sich späterMelaminharz, Epoxidharz
Elastomerweitmaschig vernetztgummielastisch, zersetzt sich späterGummi, Silikonkautschuk

Eine Probe klassifizieren

  1. Beobachtung: Die Probe wird beim Erwärmen weich und beim Abkühlen wieder fest.
  2. Die Moleküle müssen gegeneinander gleiten können.
  3. Sie sind also nicht vernetzt.
  4. Ergebnis: Die Probe ist ein Thermoplast. (Versuch: Nur mit der Lehrkraft im Fachraum, nicht zum Nachmachen.)

Ich verstehe das noch nicht

Such dir aus, was dir hilft.

Noch einfacher erklärt

Fäden: weich bei Wärme.

Engmaschiges Netz: bleibt hart.

Weites Netz: federt zurück.

Ein Beispiel

Beispiel

Spaghetti im Topf gleiten aneinander vorbei: Thermoplast. Ein enges Gitter aus fest verschweißten Stäben ist starr: Duroplast. Ein weites Netz gibt nach und federt zurück: Elastomer.

Schritt für Schritt

Wir ordnen eine Probe zu

  1. Probe wird bei Wärme weich? Dann Thermoplast.
  2. Probe bleibt hart? Dann Duroplast.
  3. Probe lässt sich dehnen und federt zurück? Dann Elastomer.
  4. Trage die Gruppe ein.

Mit einem Bild erklärt

GruppeModell
Thermoplasteinzelne Fäden
Duroplastengmaschiges Netz
Elastomerweitmaschiges Netz

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Ausprobieren

Jetzt zusammen

Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.

Eine Probe wird beim Erwärmen weich und beim Abkühlen wieder fest. Was ist sie?
Zeig mir den ersten Schritt

Welche Gruppe lässt sich erwärmen und umformen?

Lösung ansehen

Lösung: ein Thermoplast

Üben

Jetzt du

Jetzt probierst du es allein.

Eine Probe bleibt beim Erhitzen hart und verkohlt später. Was ist sie?
Zeig mir den ersten Schritt

Welche Gruppe wird nie wieder weich?

Lösung ansehen

Lösung: ein Duroplast

Tipp: Frage: Wird die Probe beim Erwärmen weich? Ja: Thermoplast. Nein, sie bleibt hart: Duroplast. Sie ist dehnbar und federt zurück: Elastomer.

Merksatz: Thermoplast: Fäden, erweicht. Duroplast: engmaschig vernetzt, bleibt hart. Elastomer: weitmaschig vernetzt, gummielastisch.

Typischer Fehler: Viele denken, Duroplaste schmelzen bei sehr hoher Temperatur. Sie zersetzen sich, ohne vorher flüssig zu werden.

Prüfen

Mini-Quiz

5 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.

Frage 1 Wodurch ist ein Elastomer gummielastisch?
Lösung ansehen

Lösung: Die Moleküle sind weitmaschig vernetzt.

Frage 2 Thermoplaste kann man durch Erwärmen wieder verformen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt

Frage 3 Welche Kräfte wirken zwischen den Fäden eines Thermoplasts?
Lösung ansehen

Lösung: schwache Van-der-Waals-Kräfte

Frage 4 Welches Beispiel gehört zu den Elastomeren?
Lösung ansehen

Lösung: Gummi

Frage 5 Duroplaste werden beim Erhitzen zuerst flüssig und lassen sich dann neu formen.
Lösung ansehen

Lösung: Stimmt nicht

Geschafft

Der Aufbau der Makromoleküle erklärt das Verhalten bei Wärme: Fäden gleiten, enge Netze bleiben hart, weite Netze sind elastisch.

Zum Schluss

Kannst du das schon?

Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.

Zum Ausdrucken

Übungsheft Kunststoffe: Makromoleküle in Alltag und Technik

Kurz erklärt, 40 Aufgaben in drei Stufen und alle Lösungen. Kostenlos.

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