Modelle vom Gedächtnis
Das Gedächtnis wird oft in drei Stufen beschrieben. Das ist ein Modell, das viele Lernvorgänge gut erklärt.
Das lernst du heute
- Ich beschreibe das Mehrspeichermodell mit seinen drei Stufen.
- Ich erkläre, wie Informationen ins Langzeitgedächtnis gelangen.
- Ich nenne Grenzen des Modells.
Das brauchst du schon: Vielleicht hilft dir zuerst diese Lektion: Die Großhirnrinde und das Lernen
Wie das Gedächtnis arbeitet, kann man nicht direkt sehen. Deshalb nutzt man Modelle. Ein bekanntes ist das Mehrspeichermodell mit drei Stufen.
Das sensorische Gedächtnis nimmt viele Sinneseindrücke auf, aber nur für Bruchteile von Sekunden bis wenige Sekunden. Das meiste geht sofort verloren.
Was Aufmerksamkeit bekommt, gelangt ins Kurzzeitgedächtnis, auch Arbeitsgedächtnis genannt. Es hält nur etwa 5 bis 9 Einheiten gleichzeitig. Ohne Wiederholen verschwinden sie nach etwa einer halben Minute.
Durch Wiederholen, Verknüpfen und Bedeutung gelangen Informationen ins Langzeitgedächtnis. Es hat sehr viel Platz und hält Informationen oft über Jahre.
Man kann Einheiten zu größeren Gruppen zusammenfassen. Das heißt Chunking. So passt mehr in das Kurzzeitgedächtnis: Aus 12 Ziffern werden 4 Gruppen mit je 3 Ziffern.
Das Modell ist vereinfacht. Das Gedächtnis ist kein Schrank mit getrennten Fächern. Die Stufen hängen zusammen, und Erinnern ist ein aktiver Vorgang, der Wissen neu zusammensetzt.
| Stufe | Dauer | Menge |
|---|---|---|
| Sensorisches Gedächtnis | Bruchteile von Sekunden bis wenige Sekunden | sehr viel |
| Kurzzeitgedächtnis | etwa eine halbe Minute ohne Wiederholen | etwa 5 bis 9 Einheiten |
| Langzeitgedächtnis | Stunden bis Jahre | sehr groß |
Eine Zahl merken
- Die Zahl 493187265304 hat 12 Ziffern. Das ist zu viel für das Kurzzeitgedächtnis.
- Teile sie in Gruppen: 493 – 187 – 265 – 304.
- Jetzt sind es 4 Einheiten.
- Sage die Gruppen mehrmals laut vor.
- Verknüpfe sie mit etwas Bekanntem, zum Beispiel mit Geburtstagen. So gelangt sie leichter ins Langzeitgedächtnis.
Ich verstehe das noch nicht
Such dir aus, was dir hilft.
Noch einfacher erklärt
Erst nimmt man viel auf.
Nur wenig bleibt kurz.
Wiederholen bringt es ins Langzeitgedächtnis.
Ein Beispiel
Eine Einkaufsliste mit 12 Dingen ist schwer. Sortiert in 4 Gruppen wie Obst, Brot, Getränke und Reinigung merkst du sie dir leichter.
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt: etwas Neues lernen
- Achte auf die Information.
- Teile sie in kleine Gruppen.
- Wiederhole sie in Abständen.
- Verknüpfe sie mit etwas, das du schon weißt.
Mit einem Bild erklärt
| Stufe | Hilfe |
|---|---|
| Sensorisches Gedächtnis | Aufmerksamkeit |
| Kurzzeitgedächtnis | Gruppen bilden |
| Langzeitgedächtnis | Wiederholen und Verknüpfen |
Zur Grundlage zurück
- Die Großhirnrinde und das Lernen – Die Rinde als Ort des Lernens hast du schon kennengelernt.
Jetzt zusammen
Wir lösen die Aufgabe gemeinsam. Nutze die Hilfen, wenn du sie brauchst.
Zeig mir den ersten Schritt
Denke an eine Telefonnummer, die man sich ohne Gruppen schwer merkt.
Lösung ansehen
Lösung: etwa 5 bis 9
Jetzt du
Jetzt probierst du es allein.
Eine Zahl hat 12 Ziffern. Du bildest Gruppen mit je 3 Ziffern. Wie viele Einheiten musst du dir merken?
Zeig mir den ersten Schritt
Rechne 12 : 3.
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Lösung: 4
12 : 3 = 4. Aus 12 Einheiten werden 4.
Tipp: Probiere es aus: Lies eine zufällige Zahl mit 12 Ziffern einmal, decke sie ab und schreibe sie auf. Dann teile sie in Gruppen und vergleiche.
Merksatz: Drei Stufen: sensorisch, Kurzzeit, Langzeit. Aufmerksamkeit, Wiederholen und Verknüpfen führen ins Langzeitgedächtnis.
Typischer Fehler: Viele denken, das Gedächtnis sei ein Speicher wie eine Festplatte. Beim Erinnern setzt das Gehirn Wissen jedes Mal neu zusammen.
Mini-Quiz
4 kurze Fragen, ohne Noten. Bei jeder Frage kannst du dir die Lösung ansehen.
Lösung ansehen
Lösung: Wiederholen und Verknüpfen mit Bekanntem
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Lösung: Stimmt
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Lösung: Einheiten zu Gruppen zusammenfassen
Lösung ansehen
Lösung: im sensorischen Gedächtnis
Geschafft
Im Mehrspeichermodell gelangen Informationen durch Aufmerksamkeit, Wiederholen und Verknüpfen vom sensorischen Gedächtnis über das Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis.
Kannst du das schon?
Hake ab, was du schon kannst. Was noch fehlt, schaust du dir einfach noch einmal an.
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